Al Hansen | Venus, Venus, Venus

Sonderausstellung im NHM Wien von 08. März bis 26. Juni 2017

Wien (OTS) - Die kleine Figur der Venus von Willendorf wurde 1908 bei Ausgrabungen des Naturhistorischen Museums Wien entdeckt und zählt zu den berühmtesten archäologischen Funden der Welt. Die Statuette stellt eine üppige nackte Frau mit kleingelocktem Haar, mit dünnen Armen und vollen Brüsten dar und gilt als vollendetes Meisterwerk altsteinzeitlicher Plastik. Schon die Bezeichnung "Venus" ist eine Interpretation, denn die 29.500 Jahre alte Figur wird dadurch zu ihrer viel jüngeren "Schwester" - der antiken Venus, der römischen Göttin der Liebe - in Beziehung gesetzt. Die Figurine ist im sogenannten Venuskabinett der Prähistorischen Schausammlung im NHM Wien ausgestellt.

Der amerikanische Fluxus-Künstler Al Hansen widmete der Venus von Willendorf eine komplexe Werkgruppe, indem er in mehreren tausend Werken eine exemplarische Figur schuf, die um die mystische Figur aus der Altsteinzeit kreist. Al Hansen setzte sowohl beim Alter als auch bei der Interpretation des Werkes an. Da die frühesten überlieferten Kunstwerke auch Frauenfiguren abbildeten, stellte er die Verbindung dieser archaischen Objekte zu seinem eigenen Werk in den Mittelpunkt. Dabei ging es ihm weniger um die Übereinstimmung mit dem Modell, als um eine freie Interpretation, die – wie auch immer sie technisch ausgeführt ist – in Umriss und plastischer Fülle denselben Typus wiederholt. Auch in nichtfigürlichen Arbeiten wendet er sich mit Werktiteln wie „she, her, clit, hers“ an dieses Übermodell einer Frau, das viele potentielle Rollen in sich vereinigt – von der Mutter bis zur Göttin.

AL HANSEN (1927-1995) ist hauptsächlich als Performance Künstler bekannt. Im Kreis um John Cage war er ebenso beheimatet wie in Andy Warhol´s Factory. Über seine performative Arbeit hat er 1965 in der legendären New Yorker 'Something Else Press' die Publikation “A Primer of Happenings and Time/Space Art“ verfasst.

Das Naturhistorische Museum Wien zeigt nun in Verbindung mit dem berühmten Vorbild, der Venus von Willendorf, eine Auswahl von Werken des Künstlers aus den Sammlungen des Museums Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, der Galerie Christine König und der französischen LMV Collection, spezialisiert auf Fluxus und Lettrismus.

(Text: Dr. Susanne Neuburger, Sammlungsleiterin Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien)

Die Schau ist von 8. März bis 26. Juni 2017 im Eiszeitgang im Hochparterre des NHM Wien zu sehen.

TIPP: Am Sonntag, dem 12. März 2017, um 15.30 Uhr findet ein NHM Wien Thema mit dem Titel „Moderne Kunst trifft Venus von Willendorf – ein archäologischer Blickwinkel“ statt.

Dr. Walpurga Antl von der Prähistorischen Abteilung des NHM Wien stellt dabei Parallelen zwischen dem altsteinzeitlichen Original und Al Hansens modernen Kunstwerken aus einem archäologischen Blickwinkel dar. (Führungskarte, € 4,- zzgl. Eintritt in das NHM Wien)

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