WKÖ zur WIFO-Studie über Arbeitszeit: Brauchen mehr Spielräume, nicht mehr Regeln

Einseitige Ansprüche kontraproduktiv - Vereinbarungsmodelle funktionieren

Wien (OTS) - „Die aktuelle WIFO-Studie über die Verteilung der Arbeitszeit beleuchtet entsprechend ihrem Titel die Sicht der Arbeitnehmer. Die Erfordernisse von Betrieben, Kunden, Geschäftspartnern und so weiter werden darin aber nicht behandelt“, hält Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik in der WKÖ, fest.

 Nach der WIFO-Studie wollen drei Viertel der Arbeitnehmer keine Änderung der Arbeitszeit. Überhaupt sind nach verschiedenen Umfragen 80 bis 90 Prozent der Mitarbeiter mit ihrer Arbeitszeit zufrieden. Gleitsmann: „Die Menschen vereinbaren und leisten in aller Regel die Arbeitszeit, die sie individuell wollen und brauchen - und das ist gut so. Dasselbe gilt im Bereich Bildung: Die steigende Nutzung von Bildungskarenz und Bildungsteilzeit zeigt, dass Modelle, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber miteinander vereinbaren, gut funktionieren.“

Einseitige Ansprüche auf Arbeitszeitänderung oder Freistellung, die es einer Seite ermöglichen, der anderen ihre Vorstellung aufzuzwingen, sind daher unnötig und entsprechen nicht der betrieblichen Praxis. 

Die Kritik an All-In-Verträgen ist unverständlich, so der WKÖ-Experte weiter. Einerseits bestätigt die Studie selbst die Vorteile für Arbeitnehmer, nämlich eine konstant höhere Entlohnung, auch wenn keine Überstunden geleistet werden. Andererseits reduzieren All-In-Verträge oft Überstunden, weil die Arbeitnehmer häufig Überstunden bestimmen und die Pauschalentlohnung den Anreiz zu Überstundenleistung nimmt.

Die WIFO-Studie zielt auf Gleichstellung ab und sieht daher Teilzeit kritisch. Dabei wird jedoch übersehen, dass die einzelnen Beschäftigten nicht Gleichstellung wollen, sondern ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben. So verzeichnet das AMS siebenmal so viele Frauen, die eine Teilzeitstelle suchen wie offene Teilzeitstellen. Bei Vollzeitstellen ist das Verhältnis nur 2:1.

„Schlussendlich brauchen Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht noch mehr einseitige Vorgaben, sondern mehr Flexibilität und gemeinsame Spielräume bei der Vereinbarung und Gestaltung von Arbeitszeit“, fasst Gleitsmann zusammen. (PWK152/PM)

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Mag. Dr. Rolf Gleißner
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