„Orientierung“ am 26. Februar: Studiogespräch mit Pfarrer Helmut Schüller anlässlich der neuen Seelsorger-Studie

Wien (OTS) - Christoph Riedl-Daser präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 26. Februar 2017, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Studie fragt: Wie geht es Seelsorgern in Wien?

Wiens Seelsorgern geht es im Großen und Ganzen gut, Skepsis hegen aber viele gegenüber diözesanen Strukturveränderungen in der römisch-katholischen Kirche. Das sind zwei zentrale Ergebnisse einer umfangreichen Befragung, die sich an mehr als 1.360 hauptamtliche Seelsorger und Seelsorgerinnen der Erzdiözese Wien gerichtet hat:
Priester, Ordenspriester in diözesaner Funktion, Diakone sowie – auf Seite der Laien – Pastoralassistentinnen, Krankenhausseelsorger und Jugendleiterinnen. Den Fragebogen haben schließlich etwas mehr als die Hälfte der Befragten ausgefüllt zurückgeschickt. Als erste Konsequenz der nicht in allen Teilen öffentlichen Studie wollen Pastoralamtsleiterin Veronika Prüller-Jagenteufel und Generalvikar Nikolaus Krasa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – so die Ankündigung – mehr ihren Talenten und Qualifikationen entsprechend beschäftigen. Die „Orientierung“ hat eine Priester-Wohngemeinschaft in Laa an der Thaya und die neue Pfarre „Zur frohen Botschaft“ in Wien besucht und mit den kirchlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern über ihren Beruf und die veröffentlichten Ergebnisse der Studie gesprochen. Ein Bericht von Marcus Marschalek.

Im „Orientierung“-Studiogespräch anlässlich der neuen Seelsorger-Studie: Pfarrer Helmut Schüller, u. a. Mitinitiator der österreichischen Pfarrer-Initiative, Universitätsseelsorger und Pfarrer von Probstdorf in Niederösterreich.

Jahre des Missbrauchs: Ein pädophiler Priester und sein Opfer

Vier Jahre lang wurde Daniel Pittet als Kind – als junger Ministrant – in Fribourg in der Schweiz von einem Priester missbraucht – mehr als 200-mal. Bis heute leidet der mittlerweile 57-Jährige unter den Folgen der jahrelangen Misshandlungen. Dass der Kapuzinerpater Joel A. sich immer wieder an minderjährigen Buben verging, war zwar bekannt, doch er wurde lange Zeit nicht belangt, sondern von der Ordensführung lediglich versetzt. Erst im Jahr 2012 wurde er von einem Gericht rechtskräftig verurteilt – zu zwei Jahren bedingter Haft. Die meisten Taten waren zu diesem Zeitpunkt bereits verjährt. Heute lebt Joel A. im Kapuzinerkloster Wil in der Deutschschweiz. Dort hat ihn auch Daniel Pittet besucht und mit ihm gesprochen. Seine traumatischen Erfahrungen hat Pittet nun in einem Buch geschildert und aufgearbeitet. Der Titel: „Mon Père, je vous pardonne“ („Ich vergebe Ihnen, Pater“). In dem Buch, zu dem Papst Franziskus das Vorwort verfasst hat, nimmt auch Pater Joel A. zu seinen Taten Stellung. Heute, so ist zu lesen, sei er sich im Klaren darüber, welches Leid er seinen Opfern zugefügt habe. Und im Interview mit dem Schweizer Fernsehen (SRF) sagt er: „Ich war wie ein Raubtier. (….) Mein großer Fehler war, dass ich nie zu einem Therapeuten gegangen bin.“ Ein Bericht von Remi Bütler und Rolf Dietrich.

„Da muss sich etwas ändern ...“ – 500 Jahre Reformation

„Da muss sich etwas ändern.“ Das hat Martin Luther – etwas salopp formuliert – im Jahr 1517 von Kirche und Gesellschaft mit seinen Thesen gefordert. 500 Jahre später begehen die evangelischen Kirchen nun das Reformationsjubiläum. Die „Orientierung“ fragt aus diesem Anlass, was sich denn heute ändern sollte. Seit Jahresbeginn macht ein Team der „Orientierung“ an sehr unterschiedlichen Orten in ganz Österreich Station und fragt nach den Veränderungswünschen von Menschen. Auf der Skipiste am Stuhleck in der Steiermark waren dabei das Verhalten und die Haltung von Politikern sowie der Umgang mit Menschen auf der Flucht wichtige Themen. Gestaltung: Marcus Marschalek.

„Kein Buch über Auschwitz“ – Manfred Lütz im Gespräch

„Der blockierte Riese. Psycho-Analyse der katholischen Kirche“, „Irre! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen“, „Lebenslust. Wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult“ und „Wie Sie unvermeidlich glücklich werden – Eine Psychologie des Gelingens“, das sind nur einige der Bücher mit markantem Titel von Manfred Lütz, die in den vergangenen Jahren zu Bestsellern geworden sind. Der Psychiater, Theologe und Kabarettist unterhält und regt die Leserschaft zum Nachdenken an. Als Ratgeberliteratur, darauf legt Lütz besonderen Wert, will er seine Werke nicht verstanden wissen. „Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden“ lautet der Titel seines jüngsten Buches. Darin zu finden sind Aufzeichnungen eines Gesprächs mit dem Auschwitz-Überlebenden Jehuda Bacon. Kein Buch über Auschwitz sei es, so Lütz, sondern darüber, dass es in jedem Menschen einen „unauslöschlichen, göttlichen Funken“ gebe. Über dieses neue Buch, aber auch seine bisherigen Werke und die aktuelle Verfasstheit der römisch-katholischen Kirche spricht Manfred Lütz in diesem „Orientierung“-Interview. Das Gespräch wird in voller Länge am Aschermittwoch, dem 1. März, ab 19.00 Uhr in ORF III ausgestrahlt. Gestaltung: Christoph Riedl-Daser.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III, ORF SPORT + sowie 3sat – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0005