Gewerkschaft vida zu Arbeitszeitdiskussion: Wirtschaftsbund schlecht informiert

vida-Gruber gegen „Streichkonzert bei Überstundenzuschlägen“ – Arbeitszeitflexibilisierung ist belastend und hat deshalb ihren Preis

Wien (OTS/ÖGB) - „Der Wirtschaftsbund ist offenbar schlecht informiert, weil er sich noch mit Umfragen zu flexibleren Arbeitsmöglichkeiten herumschlagen muss“, stellt der Wiener Landesvorsitzende der Gewerkschaft vida, Helmut Gruber, zu einer heute vom Wiener Wirtschaftsbund veröffentlichten Umfrage zu den Bedürfnissen der Wiener KMU fest. „Gerade weil sich die Gewerkschaften der Lebensrealitäten der KMU bewusst sind, gibt es längst die Möglichkeit, 12 Stunden pro Tag oder 60 Stunden pro Woche zu arbeiten – aber nicht zuschlagsfrei“, erläutert Gruber. ++++

„Sollten dem Wirtschaftsbund diese Fakten dennoch bewusst sein, muss ich davon ausgehen, dass es diesem nur darum geht, dass künftig weniger für die gleiche Leistung von ArbeitnehmerInnen bezahlt werden soll“, so Gruber weiter. „Seitens der Gewerkschaft werden wir sicherlich nicht dabei zusehen, wenn die Arbeitgeberseite die Diskussion um die Einführung von 1.500 Euro Mindestlohn und flexiblere Arbeitszeiten weiter rein auf ein Streichkonzert bei den Überstundenzuschlägen herabzubrechen versucht.“

Der vida-Landesvorsitzende verweist dabei auf eine Befragung der Arbeiterkammer von 2.000 ArbeitnehmerInnen zum Thema: Wo flexible Arbeitszeiten von den Arbeitgebern vorgeschrieben werden, seien nur 30 Prozent der Beschäftigten sehr zufrieden, 24 Prozent hingegen ausdrücklich unzufrieden. Ein Problem sei insbesondere, dass mehr als die Hälfte (52 Prozent) erst weniger als 14 Tage im Voraus erfahren, wann sie arbeiten müssen.

„Häufige lange Arbeitszeiten sind zudem erwiesenermaßen gesundheitsschädlich: Arbeitszeitflexibilisierung ist somit klar belastend und hat deshalb auch ihren Preis: Arbeitszeit ist Lebenszeit, und da bedarf es ausgleichender Maßnahmen für ArbeitnehmerInnen wie einer 36-Stunden-Woche, einer sechsten Urlaubswoche oder einer Entschärfung der All-in-Verträge. Darüber müssen wir diskutieren!“, bekräftigt Gruber. 

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