NEOS Wien/Gara: Offene Baustellen im Gesundheitsbereich angehen

Stefan Gara: „Fokus auf niedergelassene Ärzte und bessere Planung für die Wienerinnen und Wiener.“

Wien (OTS) - Es kracht im Wiener Gesundheitssystem: „Mehr und mehr zeigen sich die offensichtlichen Fehler in den Plänen der Stadtregierung für die Entwicklung der Gesundheitsversorgung in Wien. Auf der einen Seite wird die Spitalsversorgung heruntergefahren, auf der anderen Seite aber nicht für einen Ersatz im niedergelassenen Bereich gesorgt“, kritisiert Stefan Gara, Gesundheitssprecher von NEOS Wien, anlässlich einer Pressekonferenz. Die Konsequenzen werden sichtbar etwa in der Causa Gangbetten, beim Aufschrei des Gesundheitspersonals, das kurz vor dem Burnout steht. „Angesichts der vielen offenen Baustellen im Gesundheitsbereich, die seitens der Patientenanwältin Pilz nicht aktiv angegangen werden, ist die Wiederkandidatur nicht nachvollziehbar“. Es braucht eine politisch unabhängige Person, die wieder die Interessen der Wienerinnen und Wiener wahrnimmt“, fordert Gara.

Exemplarisch für die schlechte Versorgungsplanung ist die Augenheilkunde. Die Gesellschaft altert, der Bedarf an augenheilkundlicher Versorgung steigt an. Weder in der Früherkennung, noch in der Behandlung zB des Grauen Stars ist die Grundversorgung der Bevölkerung ausreichend gewährleistet. Die Schließungspläne der Augenambulanz in der Donaustadt haben Mag. Ruth Hufnagl zu einer beispiellosen Bürgerinitiative bewegt, die mehr als 20.000 besorgte Menschen in der Donaustadt und in Floridsdorf unterschrieben haben. Eine gut funktionierende Augenabteilung zu schließen, ohne für einen adäquaten Ausbau der Versorgung im niedergelassenen Bereich zu sorgen, sei ein Wahnsinn, warnen viele Fachexperten. Denn die Anzahl der Kassenverträge wird nicht erhöht, ebenso erfolgt keine Anpassung des Leistungskataloges für die Augenkassenärzte.

Ruth Hufnagl betont ihre Sorge um die medizinische Versorgung in Donaustadt und Floridsdorf: „Es geht um tausende Menschen die für eine Behandlung quer durch die Stadt pendeln müssten, wenn die Augenambulanz im Donauspital schließen würde. Wir reden hier auch von betagten Menschen denen solche Strapazen nicht zugemutet werden sollen.“ Hufnagl betont, dass es mehr ein Einbindung von Patient_innen in die Planung der Gesundheitsversorgung geben sollte: „Ich kann mir einen Patientenbeirat gut vorstellen, so wie es die Wiener Linien zum Beispiel bereits haben.“

Stefan Gara betont einmal mehr, dass die Stadt die Gesundheitsversorgung besser planen muss: „Es zeigt sich einmal mehr, dass die Stadt Wien mit viel zu wenig validem Datenmaterial arbeitet, wie es für eine Spitalsreform diesen Ausmaßes eigentlich notwendig wäre. Auch der niedergelassene Bereich, also Fachärzte und praktische Ärzte, etc. sind in das Gesundheitskonzept nicht integriert. Das kann so nicht funktionieren, und wird zu Versorgungsengpässen führen, die Mehrklassenmedizin vorantreiben.“

NEOS Wien fordert daher:

1) Gesundheit weiter denken

Es braucht eine integrierte Konzeption der Wiener Gesundheitsversorgung, die neben den Krankenhäusern auch den niedergelassenen Bereich miteinbezieht sowie neue Formen der Kooperationen. Die Ängste der Bevölkerung müssen ernst genommen werden – über 20.000 Menschen haben die Petition von Ruth Hufnagl unterschrieben. Gara: „Wir lassen nicht zu, dass diese Petition ein Begräbnis erster Klasse erhält. Es geht hier um die Gesundheitsversorgung einer Millionenstadt, mit der wir nicht spielen dürfen.“

2) Niedergelassenen Bereich stärken

Um den niedergelassenen Bereich zu stärken, braucht es einen modernen Leistungskatalog der Kassen mit fairer Honorierung. „Viele Kassenstellen können nicht mehr nachbesetzt werden, da die Arbeitsbedingungen und Finanzierung nicht adäquat sind. Daher braucht es dringend eine Modernisierung des Systems, neue Organisationsformen und eine Erweiterung des Portfolios für den niedergelassenen Bereich“, erklärt der NEOS Wien Gesundheitssprecher. So sollen operative Eingriffe und wichtige Vorsorgeuntersuchungen auch ambulant durchgeführt werden können.

3) Finanzierung aus einer Hand

Damit das Geld auch bei den Patienten ankommt, und nicht im undurchsichtigen Finanzierungs-Wirrarr versickert, braucht es eine Finanzierung aus einer Hand. Die Stadt muss hier aktiv werden und eine Modellregion für gemeinsam finanzierte Projekte von Land, Sozialversicherungsträgern und anderen Spitalsträgern forcieren. Für die Augenheilkunde könnte eine gemeinsame Finanzierung konkret erprobt werden.  

4) Parteiunabhängige Patientenanwaltschaft

Die Bestellung des Patientenanwaltes oder der Patientenanwältin soll durch den Landtag geschehen. Zusätzlich muss es ein öffentliches Hearing der Kandidat_innen im Landtag vor dem Beschluss geben. NEOS Wien wird entsprechende Anträge dazu im nächsten Landtag einbringen.

Rückfragen & Kontakt:

NEOS Wien Rathausklub
Pressesprecher
+43 664 8491543
Gregor.Plieschnig@neos.eu

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKW0001