Industrie zu Arbeitszeit: Ständige Mehrforderungen der Arbeitnehmerseite bringen keine Lösung

IV-GS Neumayer: Notwendigen Impuls für Wachstum und Investitionen setzen – Betriebliche Realität in rechtlicher Form abbilden

Wien (OTS) - Einmal mehr stellte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, heute, Montag, anlässlich einer Pressekonferenz der Arbeiterkammer (AK) zum Thema Arbeitszeitmodernisierung die entsprechende Position der Industrie klar: „Gefordert werden keine generell längeren Arbeitszeiten. Es geht lediglich darum, betriebliche Realitäten endlich auch rechtlich abzubilden. Es soll dann gearbeitet werden können, wenn es sinnvoll ist – bei insgesamt gleichbleibender Arbeitszeit.“ Es gehe vor allem darum, „durch praktikable Höchstgrenzen eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit im Betrieb zu ermöglichen.“ Es würden sowohl Unternehmen als auch Menschen profitieren, „von denen laut einer GfK-Umfrage 84 Prozent gerne flexibler arbeiten wollen. Es ist an der Zeit, diese Wünsche ernst zu nehmen“ betonte Neumayer.

Erneute Kritik äußerte der Generalsekretär an der Auslagerung des Themas an die Sozialpartner: „Die heutigen Aussagen der Arbeiterkammer lassen die Rückkehr zur althergebrachten Abtauschmentalität befürchten. Es gibt aber nichts abzutauschen“, so Neumayer. Die moderne Gestaltung des Arbeitszeitrechts wäre ein kostenneutraler Wachstumsimpuls. Gegenforderungen wie die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche, würden den Unternehmen hingegen Zusatzkosten von bis zu 400 Mio. Euro verursachen. „Solche Forderungen sind in Zeiten immer härter werdender internationaler Konkurrenz ebenso kontraproduktiv, wie jene nach einer Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Wer so etwas fordert, lebt nicht in der wirtschaftlichen Realität des Jahres 2017“, so Neumayer, der betonte: „Die Arbeiterkammer und die Gewerkschaft sollten die Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertreten. Diesen Auftrag müssen sie endlich wahrnehmen, denn mit ihren Forderungen nach immer weniger Arbeit und mehr Geld wird genau das Gegenteil bewirkt. Aufträge aus dem Ausland werden nicht mehr an Österreich gehen, da wir nicht flexibel und rasch genug agieren können. Die Folge ist, dass die Unternehmen weniger Umsätze generieren und damit Arbeitsplätze abbauen müssen. Das kann wohl nicht im Sinne einer Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertretung sein.“

Der IV-Generalsekretär stellte abschließend klar: „Es liegen arbeitgeberseitige Vorschläge für einen notwendigen Wachstumsimpuls auf dem Tisch. Anstatt diesen mit kostenintensiven Gegenforderungen abzuwürgen, wäre nun konstruktive Bewegung der Arbeitnehmerseite angebracht, um zu einer raschen Lösung zu kommen. Durch ständiges Fordern nach immer mehr, wird es eine solche kaum geben können.“

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