Grüne Wirtschaft: Arbeitszeit modernisieren, Mindestlohn anstreben

Neue Arbeitszeitregelungen durch Sozialpartner zu verhandeln ist der richtige Weg. Mindestlohn von € 1500.-/Monat ist umsetzbar, wenn lohnbezogene Abgaben gesenkt werden.

Wien (OTS) - Die Grüne Wirtschaft sieht bei der Arbeitszeitgesetzgebung in Österreich die Notwendigkeit von Anpassungen an moderne Arbeits- und Lebenswelten. In einer international vernetzt agierenden Wirtschaftswelt bremst ein starres Festhalten an den bestehenden Regelungen unternehmerische Aktivitäten. Dennoch ist eine Ausweitung wie sie vom Wirtschaftsbund gefordert wird, überbordend. "Die Grüne Wirtschaft bekennt sich zu einer moderaten und punktuellen Erhöhung der Tageshöchstarbeitszeit in klar abgegrenzten, überschaubaren Zeiträumen. Schließlich gibt es in allen Branchen Spitzenzeiten, die häufig auch in jahreszeitlich bedingter Regelmäßigkeit auftreten. Daher sind Spitzenbelastungen oft auch planbar. Klar ist aber auch, dass die körperliche und/oder psychische Belastung nicht in allen Branchen gleich hoch ist. Die Ausweitungen der Tageshöchstarbeitszeit sollte daher unbedingt über die Kollektivverträge verhandelt werden." so Sabine Jungwirth, Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft.

Eine generelle Ausweitung der Tageshöchstarbeitszeit auf 12 Stunden sowie der Wochenhöchstarbeitszeit auf 60 Stunden kann jedoch nicht befürwortet werden. Studien zeigen nämlich, dass die Leistungskurve der Mitarbeiterinnen bei langer Tagesarbeitszeit sinkt. "Ein allzu langer Arbeitstag wird somit für das Unternehmen unwirtschaftlich.", so Jungwirth. Auch gesundheitliche Probleme sind bei einer Ausweitung, wie sie der Wirtschaftsbund fordert, zu erwarten und die damit verbundenen Kosten im Gesundheitssystem müssen mitgedacht werden. Studien zeigen auch, dass das Unfallrisiko und die Anzahl der Krankenstände ebenfalls steigen.

Die Forderung der Arbeiterkammer nach einem Mindestlohn untersützt die Grüne Wirtschaft grundsätzlich. "Für uns ist es wichtig, dass unsere MitarbeiterInnen existenzsichernde Einkommen haben. Deshalb unterstützen wir das Anliegen eines dementsprechenden Mindestlohns.", sagt Jungwirth.

Eine Anhebung aller kollektivvertraglichen Löhne auf ein Mindestlohnniveau von € 1500.- pro Monat ist ein erster Schritt. Allerdings sind insbesondere in urbanen Räumen die Lebenserhaltungskosten so hoch, dass längerfristig € 1700.-angestrebt werden sollten. Dies ist unter den derzeitigen abgabenrechtlichen Bedingungen in einigen Branchen für die Unternehmen schwer finanzierbar. "Zur Einführung eines Mindestlohns brauchen wir deshalb dringend eine Senkung der lohnbezogenen Abgaben, sodass die höheren Löhne für Unternehmen leistbar werden.", sagt Jungwirth abschließend.

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