Neues Volksblatt: "Schau' nach Wien" von Markus EBERT

Ausgabe vom 18. Februar 2017

Linz (OTS) - Woran denkt der Provinzler, wenn er die Meldungen über die mutmaßlichen Wiener Missstände in Sachen Mindestsicherung hört? Vielleicht, dass der Schriftsteller Alois Brandstetter uneingeschränkt Recht hat, wenn er in seiner „Überwindung der Blitzangst“ schreibt: „Immer sind die übrigen Österreicher ein bisserl schlecht auf die Wiener zu sprechen.“ Als ob dieser Befund aus dem Jahr 1971 ständiger Bestätigung bedürfe, kommen über den Umgang mit Steuergeld in Wien in regelmäßigen Abständen unerfreuliche Tatsachen ans Licht. Bundesmittel für den U-Bahn-Bau — die ohnehin üppiger fließen als für Infrastrukturprojekte im Rest Österreichs — gehen für Feiern oder ein Straßenbahnmuseum auf, die Stadt Wien pfeift auf die Pensionsreform für die Magistratler, die Förderung privater Kindergärten liegt im Argen, die Wiener Gebietskrankenkasse hängt am Ausgleichs-Infusionstropf gesunder Kassen wie der OÖGKK und so weiter. In der Zusammenschau hat das natürlich einen gemeinsamen Nenner — und der heißt SPÖ, die in der Bundeshauptstadt bis vor ein paar Jahren das uneingeschränkte Sagen hatte und jetzt von den Grünen auch nicht wirklich aus der Reformresistenz herausgeholt wird. Weshalb man auch mehr als ein „bisserl“ schlecht auf die Wiener Politik zu sprechen sein darf, denn, um es in Anlehnung an Heinrich Heine zu sagen: „Schau' gut nach Wien jetzt Tag und Nacht, dort wirst du um dein Steuergeld gebracht.“

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