Denkmalschutz: steiniger Weg zwischen Bewahren und Erneuern

Im Palais Epstein diskutierten ExpertInnen über das Verhältnis von Denkmalschutz und Progressivität

Wien (PK) - Auf Einladung von Nationalratspräsidentin Doris Bures und der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten fand heute im Palais Epstein die Diskussionsveranstaltung "Denkmalschutz -weltoffen und progressiv?" statt. Es ging dabei zentral um die Frage, wie die Erhaltung von traditioneller Gebäudekultur samt gesetzlicher Auflagen mit architektonischem Fortschritt und Weltgewandtheit kombiniert werden kann.

Arbeitsplatz im Architekturjuwel

Die Begrüßung bei der Veranstaltung übernahm Parlamentsvizedirektor Alexis Wintoniak, der auch Projektleiter der Parlamentsgebäudesanierung ist. Wintoniak beschrieb dabei vor allem die Situation bei der Sanierung des Parlamentsgebäudes, in der man sich in einem Spannungsfeld zwischen den Anforderungen eines modernen Parlamentarismus und dem Erhalten von historischer Bausubstanz befinde.

"Wir müssen das Parlamentsgebäude für kommende Generationen bewahren und gleichzeitig möglichst optimale Arbeitsbedingungen für ein modernes Arbeitsparlament gewährleisten", so der Parlamentsvizedirektor, der ebenso darauf hinwies, dass man sich bei der Sanierung und Übersiedelung des Hohen Hauses aktuell sowohl im Kosten- wie im Zeitplan befinde.

Nach der Begrüßung durch Wintoniak übernahm die Einleitung der Diskussion Nina Krämer-Pölkhofer, Generalsekretärin der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland. Pölkhofer widmete sich vor allem der Ausstellung "Ziviltechnikerinnen gestalten Zukunft - Denkmäler in neuem Licht", die noch bis 23. Februar im Palais Epstein zu sehen ist. Es werden darin aktuelle Arbeiten von österreichischen und slowenischen Architektinnen und Ingenieurkonsulentinnen zum Thema "Planen und Bauen in historisch wertvoller Umgebung" gezeigt. Pölkhofer sagte, es freue sie sehr, "dass die Ausstellung die Leistung von Frauen in diesem oft männlich dominierten Bereich sichtbar macht".

Bauen im Bestand

Barbara Neubauer, Präsidentin des Österreichischen Bundesdenkmalamts, sagt in ihrem Impulsreferat, einer der zukunftsträchtigsten Aspekte der Architektur sei das sogenannte Bauen im Bestand. "In einer Zeit, in der wir ressourcenschonend wirtschaften müssen, nicht mehr grenzenlos Böden versiegeln können und in der wir aussterbende Ortskerne erleben, in so einer Zeit wird es immer wichtiger, bereits bestehende Gebäude und Areale neu zu gestalten", so Neubauer. Und mit dieser Neugestaltung von alter Bausubstanz steige auch die Bedeutung von Denkmalschutz. Neubauer sprach dabei offen aus, dass Denkmalschutz natürlich auch einen finanziellen Mehraufwand bedeute und mitunter ein steiniger Weg sei; sie fügte aber hinzu, dass Kultur und das Bewahren von Bestehendem einer Gesellschaft auch etwas wert sein müssten.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde vor allem darüber diskutiert, was man unter Progressivität im Kontext von Denkmalschutz verstehen könne. Es ging dabei zentral um die zahlreichen und manchmal komplexen Möglichkeiten, wie bereits bestehende Architektur idealerweise für neue Zwecke genutzt werde. Moderiert von der Architektin Gabu Heindl, diskutierten dabei mit Neubauer die Generalsekretärin der österreichischen UNESCO-Kommission, Gabriele Eschig, der slowenische Architekt Aleksander Ostan und die Wiener Architektinnen Verena Mörkl, Johanna Rainer und Ulrike Schartner. (Schluss) wz

HINWEIS: Fotos der Veranstaltung finden sich auf der Homepage des Parlaments unter: www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/ARCHIV.

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