Wer waren Heinrich und Alice Scheuer? Erkundungen eines Enkelkindes.

Simon Wiesenthal Lecture von Robert Knight, Loughborough University, Großbritannien.

Wien (OTS) - Heinrich Scheuer kam an der Wende zum 20. Jahrhundert von einem Dorf an der Grenze von Niederösterreich und Mähren nach Wien. 1903 fand er Arbeit beim k.k. Telegraphen-Korrespondenz-Büro. Zehn Jahre später traf er, als er für Stehplätze in der Oper anstand, Alice Leimdörfer und heiratete sie im folgenden Jahr. Dreißig Jahre später wurden die beiden als Juden in Maly Trostinec ermordet.

Erhalten gebliebene Anhaltspunkte zusammensetzend, versucht Robert Knight – Enkel der beiden – Leben, Charakter, Gesinnung und Lebenseinstellung des Paares zu rekonstruieren. Er thematisiert Heinrich und Alice Scheuers Verbundenheit mit Literatur und Musik, Heinrichs kurzzeitige Anstellung als Sekretär von Stefan Zweig und seine jahrzehntelange Tätigkeit als Wiener Lokalredakteur für die Amtliche Nach-richtenstelle. Mittels offizieller Dokumente erörtert Knight die Misslichkeiten, die Heinrich Scheuer angesichts eines antisemitischen Vorgesetzten zu erdulden hatte. Zuallerletzt geht er darauf ein, wie das Leben und der Tod der beiden – vermischt mit Gefühlen von Verlust und Schuld – bei ihren Kindern noch lange nach deren Tod einen Nachhall fanden.

Robert Knight ist Senior Lecturer für Internationale Geschichte an der Loughborough University, Großbritannien, und Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des VWI. Zu seiner bekanntesten Veröffentlichung zählt "Ich bin dafür, die Sache in die Länge zu ziehen. Wortprotokolle der österreichischen Bundesregierung 1945 bis 1952 über die Entschädigung der Juden" (1988); im Jänner 2017 publizierte er "Slavs in Post-Nazi Austria: Carinthian Slovenes and the Politics of Assimilation, 1945-1960" bei Bloomsbury.

Wer waren Heinrich und Alice Scheuer? Erkundungen eines Enkelkindes.

Simon Wiesenthal Lecture von Robert Knight, Senior Lecturer für
Internationale Geschichte an der Loughborough University,
Großbritannien, und Mitglied des Internationalen Wissenschaftlichen
Beirats des VWI.

Moderation: Jana Starek, Wiener Wiesenthal Institut für
Holocaust-Studien (VWI).

Datum: 23.2.2017, 18:30 - 20:00 Uhr

Ort:
Haus-, Hof- und Staatsarchiv Dachfoyer
Minoritenplatz 1, 1010 Wien

Url: www.vwi.ac.at

Rückfragen & Kontakt:

Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Dr. Jana Starek
+43-1-890 15 14-150
jana.starek@vwi.ac.at
www.vwi.ac.at

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