Schwentner zu Karmasin: 12 Stunden-Tage für Familien indiskutabel

Grüne: Familienministerin von Interessen der Wirtschaft geleitet

Wien (OTS) - "Dass uns Ministerin Karmasin den 12 Stunden-Tag als Maßnahme für mehr Familienfreundlichkeit verkaufen will, zeigt wie sehr sie von den Interessen der Wirtschaft und nicht von den Wünschen der Familien geleitet ist", kommentiert die Familiensprecherin der Grünen, Judith Schwentner, die Aussagen der Familienministerin in der Debatte um Arbeitszeitflexibilisierung.

"Berufstätige Eltern sind bereits jetzt häufig am Ende ihrer Belastbarkeit. Das tägliche Jonglieren zwischen steigenden Anforderungen im Beruf und den Bedürfnissen der Kinder ist herausfordernd. Krippen, Kindergärten und Schulen sind in Österreich derzeit nicht einmal darauf vorbereitet, dass beide Elternteile Vollzeit arbeiten. Auf 12 Stunden-Tage sind sie schon gar nicht eingestellt", führt die Grüne aus. Gerade in kleinen Gemeinden sind Krippenplätze überhaupt Mangelware. Von einem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ist Österreich noch immer sehr weit entfernt.

Schwentner: "Nicht Familien wünschen sich, dass sie 12 Stunden-Tage haben, sondern vor allem Betriebe. Familienfreundlichkeit bedeutet für mich, dass in Unternehmen auf die Bedürfnisse von Eltern mit Kindern Rücksicht genommen wird und nicht umgekehrt. 12 Stunden zu arbeiten heißt, dass es in dieser Zeit jemanden geben muss, der sich um Kinder und Haushalt kümmert." Leidtragende werden aber wieder die Frauen sein, die die lang arbeitenden Männer zu Hause ersetzen. "Völlig unlösbar ist der 12-Stunden Tag für Alleinerziehende. Es gibt weder einen zweiten Elternteil, der sich um das Kind kümmert, noch einen Kindergarten, in dem das Kind übernachten kann. Oder ist das die nächste Forderung der ÖVP-Familienministerin?"

Entlarvend sind für Schwentner auch die Aussagen von Karmasin im Ö1-Morgenjournal, wonach sich Kinderbetreuungseinrichtungen den Bedürfnissen von Eltern und der Wirtschaft anpassen müssen. "Nein, Frau Ministerin, Krippen und Kindergärten müssen sich nach den Bedürfnissen der Kinder orientieren. Höchste Zeit also die Qualität in der Kinderbetreuung voranzubringen."

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