GPA-djp/Fetik: Dringend gesucht - Unternehmen, die Frauen Aufstiegschancen geben!

Mentoring-Programme für Frauen, Führungspositionen für Teilzeitbeschäftigte, verbindliche Quotenziele und weitere Maßnahmen in Betriebsvereinbarungen verankern

Wien (OTS) - "Einen deutlicheren Beweis als den aktuellen Frauen.Management.Report 2017 der AK Wien kann es gar nicht dafür geben, wie groß der Handlungsbedarf in Sachen Quote ist", kommentiert Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier). Der Frauenanteil in der Führungsebene steigere sich viel zu langsam: "Das Plus von 0,4 Prozent auf einen Anteil von 18,1 Prozent bei den Aufsichtsratsmandaten für Frauen in den Top 200 börsennotierten Unternehmen sagt alles", so Fetik: "In 159 der 200 dieser Unternehmen gibt es außerdem keine einzige Frau in der Geschäftsführung, das ist nicht nur angesichts des Frauenanteils bei den Beschäftigten eine sehr eigenartige, schwer erklärbare Bilanz. Nur die Betriebsratsgremien entsenden schon mehr Frauen in den Aufsichtsrat als es anteilig Frauen als Kapitalvertreterinnen gibt."

Keines der immer wieder angeführten Argumente, warum Führungspositionen angeblich nichts für Frauen sein sollen, seien nachvollziehbar, stellt Fetik klar: "Frauen sind mindestens genauso gut ausgebildet wie Männer, sie sind motiviert, sie sind flexibel und sie verfügen über mindestens ebenso gute Management-Qualitäten."  Es sei sehr erfreulich, dass im Regierungsprogramm jetzt die Forderung nach einer verpflichtenden Quote in Aufsichtsräten verankert sei, aber es brauche mehr Frauen in allen Führungspositionen, in allen Branchen und auf allen Ebenen. "Die Karriere von Frauen muss Schritt um Schritt immer weiter nach oben gehen. Es braucht mehr Frauen als Gebietsverantwortliche im Pflegebereich, als Filialleiterinnen im Handel oder als Leiterinnen der Software-Entwicklung im IT-Bereich oder im Finanzwesen und in vielen anderen Bereichen", nennt Fetik ein ganzes Bündel an möglichen Maßnahmen, mit denen dieses wichtige Ziel erreicht werden könnte: Innerbetriebliche Entwicklungsmöglichkeiten, Mentoring-Programme, Assessment-Runden speziell für Frauen, Auswahl von Führungskräften, die Frauen beim Aufstieg bevorzugen, Führungspositionen auch für Teilzeitbeschäftigte, Quotenziele, Betriebsvereinbarungen mit der Festlegung eines Maßnahmenplans.

"Eine gesetzliche Quote ist ganz offensichtlich unverzichtbar. Um die Entwicklung endlich schneller voranzutreiben, braucht es aber noch mehr", so Fetik abschließend: "Dringend gesucht sind Unternehmen, die Frauen endlich die Aufstiegschancen geben, die sie verdienen! Das werden die Unternehmen mit den bessere MitarbeiterInnen sein, die auch nachhaltig wirtschaftlich besser abschneiden."



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