Pressegespräch zur Studie "sichtbare Zeichen der Religionszugehörigkeit"

Beeinträchtigen religiöse Zeichen das Vertrauensverhältnis in der psychotherapeutischen Beziehung Psychotherapeutin-Patientin?

Wien (OTS) - Das öffentliche Tragen sichtbarer Zeichen der Religionszugehörigkeit zur muslimischen Religion ist zum Gegenstand heftiger Diskussion in Gesellschaft und Politik geworden, aktuell im Zusammenhang mit geplanten gesetzlichen Neuregelungen zum Verbot der Burka im öffentlichen Raum und dem Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst.

Die SFU setzt sich mit der Thematik des Tragens sichtbarer Zeichen der Religionszugehörigkeit in ihrem Fachbereich der Psychotherapiewissenschaft auseinander: Psychotherapie hat eine vertrauensvolle Beziehung des Patienten und der Patientin zum Psychotherapeuten bzw. zur Psychotherapeutin zur Voraussetzung. Daraus ergibt sich die Frage, ob dieses Vertrauensverhältnis beeinträchtigt wird, wenn die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut Zeichen ihrer Religionszugehörigkeit sichtbar trägt.

In einer umfangreichen Studie hat die SFU untersucht, welchen Einfluss es auf die psychotherapeutische Beziehung hat, wenn die Psychotherapeutin bzw. der Psychotherapeut religiöse Zeichen tragen. Einbezogen wurden Zeichen der Zugehörigkeit zur muslimischen, zur jüdischen und zur christlichen Religion. Befragt wurden sowohl Patientinnen und Patienten der psychotherapeutischen Ambulanz der SFU als auch Psychotherapeutinnen.

Die wichtigsten Ergebnisse:
• Die höchste Ablehnung wird dem Priester (64%) und der Frau im Djihab bzw. der Nonne (jeweils ca. 54%) in der Rolle des Psychotherapeuten bzw. der Psychotherapeutin entgegengebracht.
• Am wenigsten Ablehnung wird gegenüber der Frau mit Kreuzanhänger (28%) ausgesprochen.

Unabhängig von den Religionen ergaben die Antworten der PatientInnen, dass Männer mit sichtbar getragenem Zeichen der Religionszugehörigkeit als Psychotherapeuten stärker abgelehnt werden als Frauen mit gleichartigem Auftreten als Psychotherapeutinnen. Ablehnungsgründe waren ‚Ich hätte Sorge, nicht verstanden zu werden’ und ‚Ich könnte nicht offen sprechen’.
Diese Ergebnisse zeigten sich unabhängig davon, ob der Patient bzw. die Patientin selbst einer Religion angehört.

Im Pressegespräch werden die Ergebnisse dieser Studie im Detail präsentiert.

Pressegespräch

Pressegespräch mit Präsentation der Ergebnisse einer SFU Studie
"Beeinträchtigen religiöse Zeichen das Vertrauensverhältnis in der
psychotherapeutischen Beziehung PsychotherapeutIn - Patientin?

Datum: 13.2.2017, 10:00 - 11:00 Uhr

Ort:
Sigmund Freud Privat Universität, Campus Prater Raumm 6008,
6. OG / Rektorat
Freudplatz 1, 1020 Wien

Rückfragen & Kontakt:

Univ.-Prof.in Dr.in Brigitte Sindelar
Vizerektorin Forschung
Sigmund Freud PrivatUniversität
A 1020 Wien, Freudplatz 1
Tel +43 (0)1 798 40 98/412
brigitte.sindelar@sfu.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SFU0001