Kaske fordert mehr Respekt: Arbeitssuche wird zum Spießrutenlauf

„Zu alt“, „zu dick“: Online Befragung von Mitgliederzeitschrift der AK Wien und wien.arbeiterkammer.at zeigt, was sich Menschen auf Jobsuche anhören müssen

Wien (OTS) - Über 40 Prozent der Bewerbungen von Arbeitsuchenden werden von den Unternehmen ´net amoi ignoriert´. Das ist nur ein ernüchterndes Ergebnis einer AK FÜR SIE Online-Befragung. „Die Berichte der Jobsuchenden zeigen: Die Arbeitssuche wird immer öfter zum entwürdigenden Spießrutenlauf. Für die Betroffenen ist das mehr als bitter, sind sie doch oft in einer wirtschaftlich und menschlich schwierigen Lage“, fordert AK Präsident mehr Respekt der Arbeitgeber ein. Für die Betroffenen ist es blanker Hohn, wenn manche Personalchefs sie herablassend behandeln oder Vertreter der Wirtschaft von ´Arbeitsunwilligkeit´ sprechen und härtere Strafen und die Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen fordern. „Es gibt so viele Arbeitslose, weil es zu wenige offene Stellen gibt, nicht etwa weil Menschen nicht arbeiten wollen. Die Arbeitsuchenden nehmen vieles in Kauf, um Arbeit zu finden“, sagt Kaske. Immerhin schaffen es 60 von 100 aller Arbeitsuchenden im Schnitt nach drei Monaten wieder in eine Beschäftigung.

Online-Umfrage „Erfahrungen bei der Arbeitssuche“
AK FÜR SIE und wien.arbeiterkammer.at haben nachgefragt und über 530 Frauen und Männer haben im Oktober/November 2016 online und anonym zu ihren Erfahrungen bei der Stellensuche geantwortet:

+ 41 Prozent erhielten „nie oder selten“ Antwort auf eine schriftliche Bewerbung.
+ 60 Prozent konnten „nie oder selten“ über die Höhe der Bezahlung verhandeln.
+ 63 Prozent bekamen „nie oder selten“ aufgrund bisheriger beruflicher Erfahrung eine bessere Bezahlung angeboten.
+ 56 Prozent konnten „nie oder selten“ im Bewerbungsgespräch persönliche Wünsche zu Arbeitszeit, Einschulung, Weiterbildung oder zu familiären Verpflichtungen ansprechen.
+ 48 Prozent sagten, „oft oder immer“ sei nach ihrem Eindruck das Alter ein Problem bei der Arbeitssuche gewesen.
+ Rund 20 Prozent sagten „oft oder immer“ hätten sie den Eindruck, dass sie als Frau oder Mann bei der Bewerbung diskriminiert wurden.

SERVICE: Mehr zur Online-Befragung in der aktuelle Ausgabe der AK FÜR SIE, Mitgliederzeitschrift der AK Wien (Erscheinungstermin, 9.2.2017) oder auf
http://wien.arbeiterkammer.at/bewerbungserfahrungen

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