Auto-Abgase und Spritverbrauch: EU-Parlament muss jetzt ein Zeichen setzen

AK fordert EU-Abgeordnete auf, mit einer Verordnung über schärfere Kontrollen die Verbraucher in Europa besser zu schützen

Wien (OTS) - „Mit einem klaren Ja zu schärferen Kontrollen bei Abgas-und Spritverbrauchsmessungen kann das Europaparlament am Donnerstag ein deutliches Zeichen für mehr Konsumentenschutz in Europa setzen“, sagt der AK-Verkehrsexperte Franz Greil. Das Parlament entscheidet an diesem Tag über eine Verordnung, die einerseits unerlaubte Tricksereien von Autokonzernen bei der Messung von Schadstoff-Emissionen und des Spritverbrauchs härter bestraft und andererseits mit realistischeren Kontroll-Messungen auch für wirklichkeitsnähere Verbrauchs- und Abgaswerte sorgen könnte. Bisher wurden die Messungen der Autohersteller kaum kontrolliert. Die Prüfinstitute haben im Auftrag der Autohersteller die Werte ermittelt. So sind die Umweltbelastung und auch der Spritverbrauch derzeit bei fast allen Automodellen deutlich höher als im Prospekt angegeben. Für die AutofahrerInnen in Österreich bedeutet das im Schnitt rund 900 Millionen Euro höhere Spritkosten im Jahr, für alle Menschen in Österreich bedeutet das eine deutlich höhere Umweltbelastung. Mit der neuen Verordnung soll nun erstmals der Pkw vom Fließ-band von der Behörde auf Spritverbrauch und Abgaswerte getestet werden.

In ganz Europa machen derzeit Konsumentenschutzorganisationen Druck, damit diese Verordnung möglichst unverwässert durchkommt. „Auf der anderen Seite gibt es starke Kräfte, auch im EU-Parlament, die im Sinne der Autohersteller die neuen Prüfmaßnahmen abmildern möchten“, warnt Greil. Insbesondere der Berichterstatter des Parlamentsausschusses für Verbraucherschutz und Binnenmarkt, Daniel Dalton, hatte bisher immer wieder versucht, wichtige Verschärfungen abzuschwächen.

Zur Debatte stehen unter anderem sehr harte Strafen für Autohersteller, die ganz bewusst und rechtswidrig bei den Abgaswerten manipulieren. Statt bisher höchstens 5.000 Euro insgesamt könnte das künftig 30.000 Euro pro Fahrzeug an Strafe bedeuten.
Bisher kann die Behörde, die die Autos genehmigt, auch im Auftrag der Hersteller Verbrauchswerte testen. Damit ist sie wirtschaftlich abhängig von den Herstellern. Das soll sich künftig ändern.
Auch bei den Kontrollen in den einzelnen Mitgliedsländern soll es schärfere Regeln geben.

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