ÖAMTC: Mehr Verkehrssicherheit durch Ausbau und Sanierung der Straßeninfrastruktur

Erhöhung der Tunnelsicherheit steht neuerlich im Fokus

Wien (OTS) - Die Asfinag hat heute, 6. Februar, ihr Infrastruktur-Investitionsprogramm für 2017 präsentiert. "Wesentliche Schwerpunkte sind die Verbesserung der Tunnelsicherheit sowie die Entschärfung von Gefahrenstellen", zeigt sich ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé erfreut. Darunter fallen zum Beispiel der seit langem geforderte, dreistreifige Ausbau der A1 im Bereich Matzleinsdorf und Pöchlarn sowie der Sicherheitsausbau der A8. "Nach den Ausbauarbeiten stehen den Verkehrsteilnehmern ausreichend breite Fahrstreifen sowie ein vollwertiger Pannenstreifen zur Verfügung. Das ist Grundvoraussetzung für eine Erhöhung der Verkehrssicherheit", so der ÖAMTC-Experte.

Kritisch sieht Nosé Baustellen, die eine Länge von zehn Kilometern überschreiten, beispielsweise auf der A8. "Überlange Baustellen stoßen auf wenig Akzeptanz. Das ist ein Sicherheitsrisiko", kritisiert der ÖAMTC-Verkehrstechniker. "Subjektiv entsteht für Autofahrer bei langen Baustellen eher der Eindruck von Bauuntätigkeit, weil nicht überall gleichzeitig gearbeitet werden kann." Für den Club wäre an dieser Stelle eine kunden- bzw. autofahrerfreundlichere Planung angebracht.

Tunnelsicherheit ist und bleibt ein wichtiges Anliegen

Gemäß Straßentunnelsicherheitsgesetz muss Österreich sämtliche Tunnelanlagen mit mehr als 500 Metern Länge bis 2019 um- respektive aufrüsten. Einröhrige Tunnel mit Verkehrsstärken von mehr als 10.000 Kfz pro Tag und Fahrstreifen müssen mit einer zweiten Röhre ausgestattet werden (bei geringerer Verkehrsfrequenz sind entsprechende Fluchtwege vorzusehen). "Der ÖAMTC begrüßt daher den durchgängigen, zweistreifigen Ausbau der A9, speziell die Vollausbauten der Tunnelkette Klaus bis 2018 sowie des Gleinalmtunnels bis 2019", sagt Nosé. Nach Fertigstellung dieses Nadelöhrs steht den Verkehrsteilnehmern eine leistungsfähige und sichere Nord-Süd-Verbindung zur Verfügung.

Bekenntnis zu sechster Donauquerung und rascher Umsetzungsbeginn nötig

Der ÖAMTC-Experte sieht eine sechste Donauquerung in Wien als unumgänglich an: "Zur Entlastung der Südosttangente und Entschärfung der Verkehrsproblematik auf der Wiener Südosttangente gilt es, diese Lücke im Autobahnring rasch zu schließen." Alternativen wurden von den Wiener Grünen zwar angekündigt, bisher aber nicht vorgelegt. Für den Club darf es dadurch jedoch zu keinen weiteren Verzögerungen kommen.

Club kritisiert Umleitung der Asfinag-Einnahmen ins Bundesbudget

Die Asfinag ist gesetzlich verpflichtet, das hochrangige Straßennetz zu planen, zu errichten, zu erhalten und zu finanzieren. 2015 wurden allein aus dem Vignettenverkauf rund 449 Millionen Euro eingenommen – gleichzeitig wurde allerdings eine Dividende in Höhe von 100 Millionen Euro an das Bundesbudget abgeliefert. ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober: "Der Club hat diesen Aderlass in der Vergangenheit regelmäßig kritisiert. Zwar wurde die Dividende nach 200 Millionen Euro im Jahr 2014 halbiert, dennoch floss dieses Geld in das allgemeine Budget anstatt den Schuldenberg der Asfinag zu reduzieren." Für 2016 befürchtet der ÖAMTC-Experte erneut eine Dividendenausschüttung. "So wird sich der Schuldenberg von 11,6 Milliarden Euro kaum reduzieren lassen", hält Grasslober abschließend fest.

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