„kreuz und quer“: „Die letzten Nomaden von Tibet“ und „Vom Ende der Welt bis zum Anfang – Zu Fuß nach Jerusalem“

Am 7. Februar ab 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - „kreuz und quer“ – präsentiert von Christoph Riedl-Daser – zeigt mit der Dokumentation „Die letzten Nomaden von Tibet“ am Dienstag, dem 7. Februar 2017, um 22.35 Uhr in ORF 2 ein sehr persönliches Porträt eines Nomadenclans im Osten des tibetischen Hochlands. Die Nomaden – in Tibet heißen sie „Drokpa“ – stehen an einem Scheideweg ihrer Existenz. Filmemacherin Yan Chun Su nahm drei Jahre lang immer wieder am beschwerlichen Leben der Drokpa teil. In der Dokumentation zeigt sie sehr einfühlsam den Alltag und die Probleme, denen dieses jahrtausendealte Volk in der modernen Welt ausgesetzt ist.

„Im Gegensatz zum Jakobsweg führt unser Jerusalemweg von Westen nach Osten. Und im Osten geht bekanntlich die Sonne auf.“ So spricht ein Verkehrspolizist, dessen Leben sich durch eine Pilgerreise radikal geändert hat. Vor einigen Jahren pilgerte er gemeinsam mit Otto Klär, ebenfalls Polizist, und David Zwilling, dem Abfahrtsweltmeister von 1974, zu Fuß von Oberösterreich nach Jerusalem. Um 23.30 Uhr begleitet Michael Cencigs Reportage „Vom Ende der Welt bis zum Anfang – Zu Fuß nach Jerusalem“ die drei Pilger auf dem Weg von Finisterre, dem „Ende der Welt“, im spanischen Galizien Richtung Jerusalem. Ihre Mission ist es, den Jerusalemweg in seiner gesamten West-Ost-Erstreckung zu markieren – insgesamt 7.500 Kilometer.

„Die letzten Nomaden von Tibet“ – Ein Film von Yan Chun Su (ORF-Bearbeitung: Margarita Pribyl)

Das tibetische Hochplateau ist Ursprung der wichtigsten Flüsse Asiens. Die Hälfte der Weltbevölkerung ist auf dieses Wasser angewiesen. Seit Jahrtausenden betreiben die Drokpa auf dem üppigen Grasland ihre Wanderweidewirtschaft. Die Hirten leben hauptsächlich von den Produkten ihrer Yaks und Schafe. Die einst so reichhaltigen Böden versteppen jedoch in den vergangenen Jahrzehnten zusehends, und das Leben wird immer schwieriger.

Filmemacherin Yan Chun Su wurde von einem Drokpa-Clan willkommen geheißen und durfte an ihrem Leben teilhaben. Eine seltene Gelegenheit, das Alltagsleben dieser Nomaden kennenzulernen, ihre familiären Beziehungen und ihren Umgang mit Freiheit, den Rollenbildern, den Veränderungen durch Klimawandel und moderner Gesellschaft. Da ist Tamku, eine junge Frau, die schon mit 18 Jahren Mutter – und geschieden – ist. Donghya, ein älterer Nomade, ist der angesehenste Hirte des Clans. Yithan hat zwei Kinder und kannte ihren Mann vor der Ehe nicht.

„kreuz und quer“ zeigt in „Die letzten Nomaden von Tibet“ die beispiellosen soziopolitischen und ökologischen Zwänge auf, denen die tibetischen Nomaden ausgesetzt sind. Nicht nur durch den Klimawandel, sondern auch durch die von der Regierung angestrebte Ansiedlung stehen die Drokpa an einem drastischen historischen Wendepunkt, der sie an die Grenzen ihrer Existenz bringt.

„Vom Ende der Welt bis zum Anfang – Zu Fuß nach Jerusalem“ – Ein Film von Michael Cencig

„Wo die Welt endet, beginnt der Jerusalemweg“, sagt David Zwilling:
„Es ist ein Projekt für Friede, Freude und Freiheit. Ein völker- und religionsverbindender Weg.“ David Zwilling hat viel erreicht in seinem Leben, als Sportler und als Unternehmer. „Ich frag mich oft, wie hab ich das alles verdient, was ich in diesem Leben alles erfahren darf. Und jetzt, wo ich eigentlich schon in Pension bin, ist dieses Projekt ,Jerusalemweg‘ noch einmal ein Höhepunkt. Vielleicht werde ich gar nicht mehr erleben, wohin sich das noch entwickeln wird. Aber jetzt, am Anfang, darf ich dabei sein.“

Ein Junimorgen in Finisterre. Johannes, Otto und David satteln ihre Fahrräder und fahren zu jenem Punkt an der Küste, der das Ende des Jakobswegs markiert. Neben dem berühmten Muschelsymbol bringen sie einen rot-weiß-roten Aufkleber mit der Bezeichnung „Jerusalemweg“ an. Johannes Aschauer, der Initiator des Projekts Jerusalemweg, erklärt das aktuelle Vorhaben: „Vor zwei Jahren haben wir den Jerusalemweg gegründet. Ein halbes Jahr lang waren wir zu Fuß unterwegs durch halb Europa und haben überall unser Jerusalemweg-Pickerl angebracht. Jetzt wollen wir den Jerusalemweg vervollständigen und ganz Europa von Westen bis Osten einbeziehen.“

„kreuz und quer“ begleitet die ungewöhnliche Pilgergemeinschaft auf ihrer Fahrradtour durch Spanien. An markanten Stationen und Weggabelungen markieren sie den neuen Pilgerweg mit ihrem Aufkleber. Zwischendurch lassen die drei Protagonisten ihre Pioniertat Revue passieren.

Wie sie im Juni 2010 in Arbing aufgebrochen und zu Weihnachten in Jerusalem angekommen sind, die vielen Begegnungen und Erlebnisse unterwegs, in Ungarn, Serbien, dem Kosovo, Mazedonien, Griechenland, der Türkei, Syrien, Jordanien und schließlich in Israel. Auf der Bildebene wird die Reise der „Fahrrad-Pilger“ durch Spanien verwoben mit Otto Klärs Videotagebuch vom Pilgermarsch nach Jerusalem. Die Fußwallfahrt folgt den Wegen des Apostels Paulus. Auf Schritt und Tritt kommen die drei Pilger mit der Historie in Berührung. Den ganzen Weg hindurch dürfen sie die Gastfreundschaft und Unterstützung der Menschen am Weg genießen. Von Begegnungen ähnlicher Art ist auch die Reise durch Spanien geprägt. Immer wieder begegnen Johannes, Otto und David Jakobsweg-Pilgern und kommen mit ihnen ins Gespräch. Das Projekt „Jerusalemweg“ stößt auf großes Interesse – gerade bei Pilgern, die den Jakobsweg hinter sich gebracht haben. „Ich kenne das von mir selbst“, sagt Johannes Aschauer: „Wenn man das Ziel erreicht hat, stellt sich neben der Freude auch eine gewisse Traurigkeit ein. Und die Frage: Was jetzt? Wie geht es weiter? Mit dem Jerusalemweg gibt es jetzt eine logische Fortsetzung für Jakobsweg-Pilger.“

Wie drei Jahre zuvor geht auch diesmal nicht alles glatt. Otto, Johannes und David sind unterschiedliche Charaktere, deren Egos einander bisweilen auch in die Quere kommen. Johannes erzählt von den seinerzeitigen Bedenken, einen Prominenten mit auf die Reise zu nehmen – und wie sich diese Bedenken bald zu bewahrheiten schienen. Erzählt von der Schlagzeile: „Abfahrtsweltmeister geht zu Fuß nach Jerusalem, zwei Polizisten begleiten ihn.“ Aber der Jerusalemweg ist ja deklariertermaßen ein „Friedensprojekt“ – und der Friede beginnt in diesem Fall beim Umgang der drei Pilger mit allfälligen Auffassungsunterschieden. Ganz in diesem Sinn fällt auch das Resümee von Johannes Aschauer aus: „Im Juni sind wir aufgebrochen, am Heiligen Abend in Betlehem eingetroffen. Ein halbes Jahr, in der die Erkenntnis reifte: So unterschiedlich die Länder und Menschen auch sind – zu Fuß bist du kein Fremder.“

Die Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

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