Tierschutz neu: Grüne befürchten Verschlechterungen

Brunner: Gesundheitsministerium muss nachbessern

Wien (OTS) - Die Grüne Tierschutzsprecherin Christiane Brunner kritisiert die Novelle zum Tierschutzgesetz scharf: "Im Laufe der Begutachtung wurden schon viele kritische Stimmen laut und das zu Recht. Ich habe für die Grünen eine entsprechende Stellungnahme eingebracht und wir werden uns dafür einsetzen, dass die geplanten Änderungen so sicher nicht kommen."

Besonders kritisch sieht Brunner, dass die betäubungslose Kastration von Ferkeln weiterhin toleriert werden soll. Es ist hier nicht einmal ein Zeitraum für eine Übergangsfrist vorgesehen, wie das zum Beispiel in Deutschland der Fall ist. "Es ist eine Schande, dass Österreich solche Praktiken zulässt." 

Das im Tierschutzgesetz verankerte ausnahmslose Verbot der Anbindehaltung bei Rindern soll nun de facto ausgehebelt werden. Die Angabe von finanziellen Gründen alleine könnte in Zukunft eine Rechtfertigung für die Anbindehaltung darstellen. Die Volksanwaltschaft weist in ihrer Stellungnahme klar auf dieses Schlupfloch hin, erläutert die Grüne.

"Die Enthornung von Ziegen-Kitzen soll nach den Vorschlägen des Gesundheitsministeriums jetzt unbefristet erlaubt sein. Das ist aus Tierschutzsicht überhaupt nicht nachvollziehbar", kritisiert Brunner und sieht den Ausstieg aus dieser Praxis nach wie vor als Ziel. 

Für das Führen bzw. Anbinden von Hunden sind die Formulierungen recht unklar. "Das eröffnet den Raum für Interpretationen. Hier muss klarer formuliert werden, damit das Anbinden von Hunden nicht legitimiert wird", fordert Brunner. Bei der erst kürzlich eingeführten Kastrationspflicht für Katzen sehen die Grünen in den jetzigen Formulierungen ebenfalls Schlupflöcher.  

"Gezüchtete Fasane, Rebhühner, Enten und Hasen dürften nach den vorliegenden Vorschlägen weiterhin zu Jagdzwecken in die freie Wildbahn ausgesetzt werden. Das lehnen wir entschieden ab. Ich möchte auch betonen, dass es dazu einen einstimmigen Beschluss des Tierschutzrates vom März 2016 gibt, der aber keinen Niederschlag in den Änderungen des Tierschutzgesetzes findet." 

"Wir Grünen werden Gespräche mit dem Gesundheitsministerium suchen, um die jetzt zu befürchtenden Verschlechterungen für den Tierschutz in Österreich abzuwenden", kündigt die Grüne Tierschutzsprecherin an.

 

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