Österreichische Nutztierhalter unterstützen verbesserte Haltungsbedingungen

Tierschutzgesetz-Novelle ist Kompromiss in Verantwortung gegenüber Tier und Mensch

Wien (OTS) - Der Verein Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ) und damit die österreichischen Dachverbände für Rinder (ZAR, ARGE Rind), Schweine (VÖS), Schafe und Ziegen (ÖBSZ), Geflügel (ZAG) und Pferde (ZAP) bekennen sich zum Tierwohl und zum österreichischen Tierschutzgesetz. "Der verantwortungsvolle Umgang mit Lebewesen ist Teil der täglichen Arbeit der Bäuerinnen und Bauern und respektiert die Bedürfnisse der Tiere. Die Gesundheit der Tiere bildet die Grundlage für die Produktion von hochwertigen, Lebensmitteln. Dies zeigt sich auch in der engen und konsequenten Kooperation vieler Betriebe mit den Tierärzten und Tiergesundheitsdiensten. Die heimischen Nutztierhalter berücksichtigen die steigenden Erwartungen der Gesellschaft und sehen sich damit bei ihrer Arbeit in der Verantwortung gegenüber Tieren und Menschen", stellte der Verein NTÖ heute fest.

Die vorliegende Novelle des Tierschutzgesetzes beziehungsweise die 1. Tierhaltungsverordnung, zu der noch bis 3. Februar Stellung genommen werden kann, ist das Ergebnis eines jahrelangen Diskussionsprozesses, in den auch Vertreter von Tierschutzorganisationen von Anfang an eingebunden waren. Erreicht wurde ein Kompromiss, der in vielen Bereichen der Tierhaltung die Grundlage für eine positive Weiterentwicklung in der tierbedarfsorientierten Nutztierhaltung ermöglicht, anderseits auch notwendige wirtschaftliche Mindestanforderungen enthält. Die erzielten Fortschritte werden nun aber erneut in Frage gestellt.

Klare Verbesserung des Tierschutzes

Der vorliegende Entwurf sieht vor allem rund um die Eingriffe bei Nutztieren eine klare Verbesserung des Tierschutzes dar. Die neue Regelung sieht vor, dass sämtliche Eingriffe beim Nutztier ausschließlich unter Schmerzausschaltung beziehungsweise Schmerzlinderung vorgenommen werden sollen. "Dies ist ein klares Bekenntnis der Landwirtschaft zum Tierschutz. Vor allem in der Nutztierhaltung muss bei der Bewertung der neuen gesetzlichen Vorschriften berücksichtigt werden, dass Weiterentwicklungen und Novellierungen, welche bauliche Maßnahmen oder Anpassungen in der Produktionsweise erforderlich machen, aus betriebswirtschaftlicher Sicht nur schrittweise und kontinuierlich erfolgen können", wird betont. Sehr weitgreifende nationale Alleingänge bei marktrelevanten, kostenintensiven Veränderungen in der Tierhaltung könnten bei österreichischen Produkten am heimischen Markt zu Anteilsverlusten führen. Es brauche "mehr Verständnis für die Bäuerinnen und Bauern, die in der Vergangenheit bereits hohe Investitionen in moderne Stallgebäude im Sinne des Tierschutzes getätigt haben".

Obwohl nach dem EU-Beitritt Österreichs in Verbindung mit dem freien EU-Warenverkehr ein deutlicher Wettbewerbsnachteil für die heimischen Tierhalter erwartet wurde und trotz deutlicher Verschärfungen bereits durch das Bundestierschutzgesetz 2005 ist es durch viele Maßnahmen gelungen, die landwirtwirtschaftliche Nutztierhaltung weitgehend in ihrer Struktur, aber auch an Familienbetrieben zu erhalten. Die im NTÖ organisierten Verbände ersuchen die Politik, "dringend die diskutierten Veränderungen verantwortungsvoll zu bewerten und in der Form sorgsam zu entscheiden, damit die gesellschaftlich akzeptierte Nutztierhaltung weiter in diesem Umfang in Österreich betrieben werden kann". (Schluss)

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NTÖ - Nachhaltige Tierhaltung Österreich
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Tel.-Nr. +43/1/3341721-60
Web: www.nutztiere.at

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