Mehrwertsteuerrichtlinie: EU setzt langjährige Forderung des Handelsverbandes um

Aufhebung der Mehrwertsteuerbefreiung für Postlieferungen aus Drittländern unter 22 Euro ab 2021 bringt mehr Wettbewerbsfähigkeit und Chancengleichheit im globalen Handel

Wien (OTS) - Ein EU Kommissionsvorschlag zur Mehrwertsteuerrichtlinie liegt bereits vor. Die Steuerbefreiung für die Einfuhr von Kleinsendungen aus Drittstaaten - bis 22 Euro Warenwert - soll demnach mit 1. Jänner 2021 abgeschafft werden. Dies bedeutet einen Anstieg der Mehrwertsteuereinnahmen der Mitgliedstaaten von 7 Mrd. EUR jährlich und verbesserte Wettbewerbsbedingungen für die gegenwärtig benachteiligten Unternehmen aus der EU.
„Wir haben diesen Schritt zu mehr Fairness im globalen Handel und mehr Wettbewerbsfähigkeit für heimische Unternehmen immer wieder auf allen Ebenen gefordert und hoffen nun auf eine rasche Inkraftsetzung der geplanten Mehrwertsteuerrichtlinie, möglichst vor 2021“, so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes.

Im Sinne eines funktionierenden europäischen Binnenmarkts wäre es sinvoll, dass die geplante Geoblocking Verordnung frühestens mit der Mehrwertsteuerrichtlinie in Kraft tritt.

Zuletzt wurden diese Problematiken im Jänner von Rainer Will in seiner Rede vor dem Forum for International Retail Association Executives (FIRAE) in New York angesprochen. Mit Finanzminister Schelling gab es im Jänner 2016 Gespräche. Im Zuge der Verhandlungen rund um die Geoblocking Verordnung führte der Handelsverband weitere intensive Gespräche im Wirtschaftsministerium und in Brüssel, wo Rainer Will seit 2016 im Board of Directors der EMOTA die Interessen der heimischen Händler vertritt.

„Es freut uns, dass der Finanzminister unsere Anliegen in Brüssel unterstützt hat und wir diese wettbewerbsverzerrenden Steuerbefreiungen loswerden. Es gibt ohnehin noch genügend Ungleichbehandlungen und Erschwernisse für heimische Unternehmen, die den Druck durch internationale Onlinegiganten zunehmend zu spüren bekommen“, so Rainer Will.

Weiters soll die Mehrwertsteuerrichtlinie für Erleichterungen beim grenzüberschreitenden Handel innerhalb der EU sorgen. Schätzungen gehen davon aus, dass bei der Befolgung mehrwertsteuerlicher Pflichten dem Unternehmen für jeden belieferten Mitgliedstaat jährliche Kosten von 8000 EUR Kosten anfallen. Dies ist eine erhebliche Belastung für Unternehmen, insbesondere für KMU.

Um KMU in diesem veränderten Handelsumfeld zu unterstützen, hat der Handelsverband mit RETAIL 24/7 eine neue Online-Informationsplattform gestartet. www.retail247.at

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