UNHCR: Familienzusammenführung für Flüchtlinge fördert Integration und dämmt Schlepperwesen ein

Neue Broschüre „Hoffen auf ein Wiedersehen“ skizziert Hürden für Flüchtlinge und Lösungsvorschläge

Wien (OTS) - Flucht vor Krieg und Verfolgung bedeutet für viele Menschen nicht nur das Verlassen ihres Heimatlandes, sondern oft auch die schmerzhafte Trennung von ihren nächsten Angehörigen. Für die Wiedervereinigung von Flüchtlingsfamilien stellt die Familienzusammenführung aus Sicht des UN-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR eine der wichtigsten Möglichkeiten dar. Außerdem wird Flüchtlingen dadurch auf sicherem Weg Zugang zu Schutz gewährt.

In Österreich sind Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte aktuell jedoch mit zunehmend strengeren gesetzlichen Regelungen sowie praktischen Problemen bei der Familienzusammenführung konfrontiert, die zu langen Perioden der Trennung führen oder eine Vereinigung unmöglich machen.

„Betroffen sind besonders Frauen und Kinder, die häufig unter prekärsten Bedingungen zurückbleiben, in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. Wenn eine Familienzusammenführung nicht möglich ist, nehmen sie häufig gefährliche Fluchtwege auf sich und vertrauen sich Schleppern an, um zu ihren Angehörigen zu kommen“, so Christoph Pinter, Leiter von UNHCR Österreich.

Doch auch auf die Integration von Flüchtlingen in Österreich wirkt sich die fehlende Familie negativ aus. „Ich muss dauernd an sie denken, mache mir große Sorgen. Es ist schwierig, sich auf etwas anderes, mein Leben hier, den Deutschkurs, zu konzentrieren“, sagt etwa Ziad A., ein palästinensischer Flüchtling, der seit eineinhalb Jahren von seiner Frau getrennt ist.

„Die Familienzusammenführung ist nicht nur für die Situation der einzelnen Familien entscheidend, sondern trägt auch gesamtgesellschaftlich positiv zur Integration bei. Ebenso ist die Familienzusammenführung ein Zeichen der Solidarität für jene Länder in den Herkunftsregionen, die die meisten Flüchtlinge aufgenommen haben“, so Pinter.

UNHCR setzt sich daher dafür ein, die Familienzusammenführung für Flüchtlinge zu erleichtern und die entsprechenden gesetzlichen Regelungen sowie die praktische Handhabung der Verfahren dementsprechend anzupassen.

In seiner aktuellen Broschüre „Hoffen auf ein Wiedersehen“ hat UNHCR die größten Hürden bei der Familienzusammenführung dokumentiert und anhand von aktuellen Fallbeispielen dargestellt. Gleichzeitig enthält die Broschüre Empfehlungen, wie die Situation der Betroffenen verbessert werden könnte, damit diese rasch wieder mit ihren Familienangehörigen zusammenleben können.

Die Broschüre „Hoffen auf ein Wiedersehen. Hürden für Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte bei der Familienzusammenführung in Österreich“ finden Sie unter www.unhcr.at. 

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Mag.a Ruth Schöffl, Tel.: +43-1/26060 5307, Mail: schoeffl@unhcr.org

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