Industrie: Arbeit ist keine Frage der Verteilung

IV-GS Neumayer: Genereller Rechtsanspruch auf Wahlarbeitszeit nicht praktikabel – Modernisierung Arbeitszeitgesetz rasch umsetzen – an EU-Arbeitszeitrichtlinie orientieren

Wien (OTS) - „Arbeit ist keine fixe Größe und daher auch keine Verteilungsfrage. Denn nur, weil eine Software-Entwicklerin bzw. ein -Entwickler weniger arbeitet, wird eine Pflichtschulabsolventin oder ein -absolvent auch nicht leichter Arbeit finden. Die immer wieder kolportierte ‚gerechtere Verteilung‘ von Arbeit ist eine naive Scheinlösung, die vollständig an der Realität vorbeigeht. Die Bedeutung von Faktoren wie Qualifikation, Kompetenzen, Mobilität und regionaler Verfügbarkeit wird in dieser Rechnung vollständig ausgeklammert“, stellte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Christoph Neumayer, zu den heutigen Aussagen von Arbeits- und Sozialminister Alois Stöger klar. Auch die Vorschläge hinsichtlich eines allfälligen generellen Rechtsanspruchs auf „Wahlarbeitszeit“ seien „im betrieblichen Alltag nicht ansatzweise praktikabel“.

„Wer nachhaltig Arbeitsplätze schaffen und Beschäftigung sichern will, der wird das nur über praktikable wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen erreichen können“, so Neumayer, der einmal mehr eine rasche Modernisierung des Arbeitszeitgesetzes forderte – auch in Anlehnung an die EU-Arbeitszeitrichtlinie, bei der vor allem verbindliche Ruhezeiten im Fokus stünden: „Dass diese Materie an die Sozialpartner ausgelagert, statt unverzüglich angegangen wird, ist eindeutig das falsche Signal für Wirtschaftsstandort und Arbeitsplätze.“ Unverständlich bleibe auch die oftmals negative Darstellung des Themas Teilzeitarbeit. Vielfach sei diese der Wunsch der Beschäftigten, werde vom Staat unter anderem durch geringere Lohnsteuer und niedrigere Sozialversicherungsbeiträge gefördert und entspreche auch keineswegs dem Bild einer „Armutsfalle“. Die Armutsgefährdung von Teilzeitbeschäftigten bewege sich laut Statistik Austria mit elf Prozent unter dem Durchschnitt von 13 Prozent. Zu begrüßen sind hier die Bestrebungen der Bundesregierung, die Kinderbetreuungsangebote in unserem Land zu verbessern. „Gleichwohl müssen wir natürlich nach der Schaffung neuer Vollzeitstellen trachten, weshalb die dafür erforderlichen und von der Industrie seit langem geforderten Maßnahmen wie Arbeitszeitmodernisierung, Entbürokratisierung und Lohnnebenkostensenkung rasch umgesetzt werden müssen“, so Neumayer abschließend.

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