LR Anschober/ LRin Baur/ LRin Berthold: Appell: Integrationspaket der Bundesregierung bei einem Integrationsgipfel massiv nachbessern

Linz (OTS) - „Erste Ansätze für eine seit eineinhalb Jahren seitens der Bundesregierung überfällige Integrationsoffensive bietet das neue Regierungsübereinkommen. In wesentlichen Bereichen, wie dem Integrationsjahr kommt es jedoch entscheidend auf die Umsetzung an und besonders wichtige Teile eines notwendigen Integrationskonzeptes fehlen überhaupt", kritisieren die Integrations-LandesrätInnen aus Oberösterreich, Rudi Anschober, Salzburg, Martina Berthold und Tirol, Christine Baur.
Das Positive am neuen Integrationsjahr ist die Sicherstellung, dass mit durchdachter Integrationsarbeit bereits in der Wartephase auf den Asylbescheid bei AsylwerberInnen mit Deutschtraining, Kompetenzcheck, Integrationspass und Qualifizierungsmaßnahmen begonnen werde. „Dies entspricht im Wesentlichen dem Vorschlag der Bundesländer, den diese bereits im Dezember 2016 einstimmig beschlossen und der Bundesregierung vorgelegt hatten. Viele Fragen bei diesem Integrationsjahr sind jedoch offen, die Umsetzung wird entscheiden, ob dies ein wirklich großer Schritt nach vorne werden kann", so Anschober, Baur und Berthold.
Gleichzeitig fehlen entscheidende Punkte einer notwendigen Integrationsoffensive im neuen Regierungsübereinkommen völlig: die Arbeitsmarktöffnung in Mangelberufen für AsylwerberInnen, die Legalisierung von Praktika und Schnuppertagen, die Bildungs-maßnahmen nach der Schulpflicht, Alphabetisierung, Basisbildung und Nachholen des Pflichtschulabschlusses bei Menschen mit geringer Ausbildung, eine Beschleunigung der Anerkennung mitgebrachter Qualifikationen bei gut Ausgebildeten, ein Konzept für Wohnintegration etc.
Die Integrations-ReferentInnen von Oberösterreich, Salzburg und Tirol appellieren daher in einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzler Kern und Vizekanzler Mitterlehner, bei einem rasch einzuberufenden Integrationsgipfel der Bundesregierung mit den zuständigen Integrations-ReferentInnen der Bundesländer noch im Februar das Integrationskapitel nachzubessern: „Wir müssen die ersten Ansätze jetzt ausbauen zu einer echten Integrationsoffensive, die diesen Namen verdient. Wann denn sonst, wenn nicht jetzt. Es ist ohnedies bereits viel zu viel Zeit vergangen."

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