ANIMAL SPIRIT zur Tierschutzgesetz-Novelle: Mehr Rück- als Fortschritte

Sowohl bei Heimtier- als auch bei „Nutztier“-Haltung und Schlachtung geht Profit vor Tierschutz!

Laaben (OTS) - Während der vergangenen Weihnachtsfeiertage hat das „Tierschutz“- und Gesundheitsministerium klammheimlich – jedenfalls ohne alle relevanten Tierschutz-Organisationen zu informieren - zwei Novellierungsentwürfe für Änderungen im Tierschutzgesetz (TSchG) sowie in der 1. Tierhaltungs-Verordnung produziert. Demnach stehen einigen kleinen Verbesserungen viele grobe Verschlechterungen gegenüber: So sollen nicht nur die erst kürzlich eingeführte Kastrationspflicht für Bauernhof-Katzen aufgehoben sowie die Kettenhaltung von Hunden wieder erlaubt werden, sondern auch die permanente Anbindehaltung von Rindern (durch zahlreiche Ausnahmeregelungen), die risikobehaftete und unnötige Enthornung der Ziegen, die betäubungslose Kastration der männlichen Ferkel bis zu 7 Tagen sowie das betäubungslose Schächten weiterhin erlaubt bleiben!

Auf die geplante Rücknahme der erst im April 2016 verordneten Ausweitung der Kastrationspflicht für Bauernhof-Katzen wurde in diversen Stellungnahmen und Einsprüchen bereits eingegangen: Demnach soll im neuen Entwurf der Begriff "Zucht" jetzt so definiert werden, daß Bauern, die sich als „Züchter“ ausgeben, ihre Katzen weiterhin nicht kastrieren müssen. Zuvor war ein Züchter laut Gesetzestext lediglich derjenige, der eine „gezielte Anpaarung“ ermöglichte. Nun wird das Wort „gezielt“ einfach gestrichen, wodurch jegliche unkontrollierte Katzen-Vermehrung - bis hin zur Inzucht - als „Zucht“ durchgehen würde! So kann jetzt jeder Landwirt, der seine Katzen nicht kastrieren will, eine Zucht anmelden und könnte so auch nicht mehr belangt werden. Das Elend der vielen halbverhungerten und kranken Streunerkatzen – v.a. eben am Land – würde dadurch weiter vergrößert werden. Und der tierschutzwidrige Verkauf von Hunden- und Katzenwelpen in Zoohandlungen – im TSchG 2005 aus gutem Grund verboten, 2008 allerdings wieder aufgehoben – soll weiterhin und unbefristet erlaubt bleiben.

Auch die im ursprünglichen Bundes-Tierschutzgesetz von 2005 ausnahmslos verbotene Kettenhaltung von Hunden soll jetzt – durch diverse Ausnahmen - weitestgehend außer Kraft gesetzt werden. Zudem wären bei „Diensthunden“ Stachelhalsbänder wieder erlaubt. Ebenso werden die bis Ende 2017 geltenden Ausnahmen vom Verbot der Qualzüchtungen – egal ob Minipigs, Chihuahuas, sonstige zuchtbedingt stark krankheitsanfällige „Moderassen“ oder überzüchtete Masthühner-oder Putenrassen - fristlos verlängert. Letztere sind bereits so degeneriert, daß sie durch das extrem schnelle Wachstum ihr eigenes Körpergewicht nicht mehr tragen bzw. sich gar nicht mehr auf natürliche Weise fortpflanzen können!

Betäubungsloses Schächten muß endlich ausnahmslos verboten werden!

Dazu ANIMAL SPIRIT-Obmann und Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank: „Eine seit langem von Tierschutz-Organisationen erhobene Forderung, nämlich die nach einem ausnahmslosen Verbot des grausamen betäubungslosen Schächtens, bleibt in diesem Novellen-Entwurf ebenfalls unberücksichtigt: Beim Schächten wird dem Tier bei vollem Bewußtsein die Halsschlagader aufgeschnitten. Es erleidet dabei einen fürchterlichen Todeskampf, bis es durch den langsamen Blutverlust ohnmächtig wird. Die im TSchG § 32 Abs. 5 vorgesehene Ausnahme für betäubungsloses Schächten „aufgrund zwingender religiöser Gebote“ ist völlig unbegründet, da es solche weder im islamischen Koran noch in der jüdischen Thora gibt (aus dem einfachen Grund, weil man nämlich zu der Zeit, als diese Bücher geschrieben wurden, noch gar nichts von den heute üblichen Betäubungsmethoden wußte). Die Vorschrift, die Tiere erst „unmittelbar nach dem Eröffnen der Blutgefäße wirksam zu betäuben“ ist in der Praxis nicht durchführbar, weil sich die Tiere nach dem Schächtschnitt vor Schmerz aufbäumen. Diese Ausnahmen stellen lediglich einen Kniefall vor anachronistischen religiösen Traditionen und deren Vertretern dar, die schwerste Tierquälerei erlauben und somit in einem echten Tierschutz-Gesetz nichts verloren haben. Aus all diesen Gründen appellieren wir dringend an Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser, diesen unbefriedigenden Novellenentwurf, der v.a. von Lobbyisten- anstatt Tierschutz-Interessen geprägt ist, nochmals zu überdenken und die unzähligen Einsprüche von Tierschützern – u.a. der von ANIMAL SPIRIT - zu berücksichtigen!“

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Franz-Joseph Plank, 0676-708 24 34
office@animal-spirit.at
www.animal-spirit.at

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