Neues Volksblatt: "Vorverurteilt" von Harald Engelsberger

Ausgabe vom 1. Februar 2017

Linz (OTS) - Man stelle sich vor: Ein Maturant tritt halbwegs gut vorbereitet vor die Prüfungskommission, beginnt bei der ersten Frage zu überlegen. Alle schauen ihn mitleidig an und tuscheln hinter vorgehaltener Hand: „Der kann sowieso nichts“ ... was passiert? Durchgefallen!
Man stelle sich vor: Ein Kleinkrimineller steht vor dem Richter, weil er vor einer Bank aufgegriffen wurde, die ausgeraubt wurde. Eh klar, vorbestraft, kein Alibi und wie der schon ausschaut, einmal ein Räuber, immer einer. Keine Spur mehr von „Es gilt die Unschuldsvermutung“ ... was passiert? Verurteilt!
Man stelle sich vor: Ein Kanzler und sein Vize, die „schon wieder einmal“ versuchen, konstruktiv etwas für Österreich zustande zu bringen, wollen ihre Abgeordnetenkollegen im Parlament und die Öffentlichkeit von ihren lauteren Absichten überzeugen. Dazu kommt, dass ihre Vorgänger ja schon versagt haben und sie selbst ständig mit internen Gerüchten und Streitereien beschäftigt sind. Medial sind sie sowieso bereits erledigt, weil ihr Startbonus langsam verraucht ist – Vorverurteilung inklusive: „Die taktieren ohnehin nur, verzögern, haben keine guten Absichten, schläfern die Wähler mit unhaltbaren Versprechungen ein und schielen nur nach dem günstigsten Zeitpunkt für Neuwahlen – und sie denken dabei doch ohnehin nur an sich und ihre Partei“ ... was wird wohl passieren?
Vielleicht ja doch einmal das Gegenteil vom Erwarteten ...

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