ÖH Uni Wien: Neues Regierungsprogramm als Anfang vom Ende des freien Hochschulzugangs

Zugangsbeschränkungen getarnt als Studienplatzfinanzierung

Wien (OTS) - Das neue Regierungsprogramm für die kommenden zwei Jahre bringt einschneidende Veränderungen für den Hochschulsektor. Die "Einführung eines Studienplatzfinanzierungsmodells an öffentlichen Universitäten" bedeutet eine Orientierung der Studierendenzahl an den bereitgestellten Finanzmitteln. "Anstatt die Hochschulen auszufinanzieren, werden also neue Zugangsbeschränkungen eingeführt. Damit wird die hochschulpolitische Symptombekämpfung der letzten Jahre fortgeführt", kritisiert Karin Stanger (GRAS) vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.

Bereits heute soll eine Sitzung im Wissenschaftsministerium abgehalten werden, um die Rechtswissenschaften als nächstes Studium zugangszubeschränken. "Um zu sehen, wohin diese Maßnahmen führen, genügt ein Blick auf die Medizinunis. Dort haben die Aufnahmetests dazu geführt, dass der Anteil sozial schwächer gestellter Studierender auf 10% herabgesunken ist", führt Alina Bachmayr-Heyda (VSStÖ) vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien aus. Hohe Vorbereitungskosten, von Kursgebühren bis hin zu überteuerten Vorbereitungskursen, wirken vor allem für Personen mit niedrigerem Einkommen abschreckend.

"Die ÖH Uni Wien steht für eine Hochschulpolitik, die darauf abzielt, die Beschränkung eines Menschen auf das Milieu, in das er geboren wurde, zu durchbrechen. Studienplatzfinanzierung und Zugangbeschränkungen bewirken das Gegeteil", so Elisabeth Weissensteiner (KSV-Lili).
Zwar ist im Regierungsprogramm auch eine Erhöhung der Studienbeihilfe vorgesehen, jedoch kann diese nicht darüber hinwegtäuschen, wieviele Menschen in Zukunft vom Zugang zur Hochschule ausgeschlossen sein sollen.

"Die angekündigten Maßnahmen beim Hochschulzugang müssen vor dem Hintergrund einer neoliberalen Politik betrachtet werden, die weitere Verschärfungen auch in den Bereichen Arbeit, Migration und Überwachung vorsehen. Deswegen ist breiter gesellschaftlicher Protest gegen diese Politik notwendig", zeigt sich das Vorsitzteam abschließend kämpferisch.

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