Pirklhuber: Statt IG-Milch-Betriebe auszugrenzen brauchen wir eine Offensive für bessere Agrarpreise

Grüne: Mehr Gerechtigkeit und Fairness in der österreichischen Agrarpolitik ist ein Gebot der Stunde

Wien (OTS) - "Statt Lippenbekenntnisse von hochrangigen österreichischen Agrarfunktionären aus dem ÖVP-Bauernbund für eine ökosoziale Agrarpolitik wären konkrete Taten gefordert, um die Zukunft der bäuerlichen Familienbetriebe abzusichern“, meint Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen, anlässlich der heute beginnenden Wintertagung des Ökosozialen Forums.

„Die Qualität der Politik des vormaligen Landwirtschaftsministers und langjährigen Ehrenpräsidenten des ökosozialen Forums Minister a.D., DI Josef Riegler, wurde von seinen Nachfolgern nie wieder erreicht. Unter seiner Ägide gab es sowohl faire Produzentenpreise für Milchbäuerinnen und –bauern durch den sogenannten freiwilligen Lieferverzicht, der das Marktgleichgewicht stabilisierte als auch klare ökologische Maßnahmen wie eine Düngemittel- oder auch eine Maissaatgutabgabe, die einer Industrialisierung der Landwirtschaft Einhalt gebieten wollte“, erinnert der Grüne.

Die aktuelle Lage der Landwirtschaft ist derzeit durch massive soziale Verwerfungen gekennzeichnet. Der im Dezember beschlossene 53 Prozent-Rabatt bei den bäuerlichen Sozialversicherungsbeiträgen (SVB) hat die ohnehin durch das ungerechte SVB-System begünstigten flächen- und viehstarken Betriebe bevorzugt. Auch auf der Markt-Ebene sind Ungerechtigkeiten und politische Willkür an der Tagesordnung. Die als Kritiker der EU-Milch-Politik von allen österreichischen Genossenschaftsmolkereien über Jahre boykottierten Milchproduzenten der IG-Milch müssen nun das Handtuch werfen.

Hinter vorgehaltener Hand frohlocken so manche Bauernbund-Funktionäre über das Scheitern ihrer größten Kritiker. Von Seiten der Grünen wird heftig kritisiert, dass die meisten der ca. 160 Milchbäuerinnen und -bauern, die ab 1. April 2017 einen neuen Abnehmer für ihre Milch brauchen, von den Molkereien lediglich negative oder unzumutbare Bescheide bekommen.

„Nach Informationen von betroffen Milchbauern wird in Niederösterreich auf fünf Jahre ein Straf-Abschlag von drei Cent je Liter Milch als Bedingung gestellt, bei einem mittleren Betrieb mit etwa 100.000 Liter Milchlieferleistung sind das immerhin volle 3.000 Euro Strafe jährlich. Bereits diese Woche müssen die verzweifelten Bauern unterschreiben. Aus anderen Bundesländern, wie der Steiermark, wird ähnliches an mich herangetragen. Die größte Genossenschaftsmolkerei – die oberösterreichische Berglandmilch – soll überhaupt noch keine Zusage für die Übernahme der Betriebe gemacht haben“, informiert Pirklhuber

„Ich appelliere an alle Agrarfunktionäre, die guten Willens sind, hier einen Beitrag für eine rasche Lösung zu leisten, der dem Anspruch einer sozial-ökologischen Ausrichtung der Agrarpolitik gerecht wird und nicht auf dem Rücken der Betroffenen agiert“, sagt Pirklhuber abschließend.

 

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