NEOS zu Tourismus-Zahlen: Vorwärts nimmer, rückwärts immer

Sepp Schellhorn: „Tourismus funktioniert nicht wegen sondern trotz des Wirtschaftsministers Mitterlehner“

Wien (OTS) - Mit großer Verwunderung kommentiert NEOS-Tourismussprecher Sepp Schellhorn die heutige Jubelmeldung von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zu den Nächtigungszahlen: „Die angesprochene Schallmauer ist eher als Gummiwand zu verstehen, was unsere jahrelangen Forderungen für Entlastung und Innovationen im Tourismus betrifft.“

„Mitten in den Koalitionsverhandlungen kommt Reinhold Mitterlehner mit einer Meldung daher, die völlig an der Realität vorbei geht", zeigt sich Sepp Schellhorn verärgert. „Der Tourismus ist eine zentrale Wirtschaftssäule Österreichs und ebenso Arbeitgeber und wird seit Jahren von der Politik und der Öffentlichkeit schlecht geredet“.

Wertschöpfungskette? Kein Thema

Die Wertschöpfungskette bedeutet ein massives und disruptives Umdenken in der Tourismuswirtschaft. „So wie es derzeit gehandhabt wird, handelt es sich nur um eine Schönfärberei der Extraklasse und übergeht die zentralen, strukturellen Schwächen des wichtigsten Wirtschaftszweiges in Österreich,“ erzürnt sich Sepp Schellhorn und zählt die wichtigsten Massnahmen auf:

1) Tourismus und KMU

Das wirtschaftliche Umfeld ist immer KMU-feindlicher geworden. Das trifft touristische Betriebe besonders hart. Die Umsatzsteuer im Bereich Beherbergung wurde von 10 auf 13 Prozent erhöht. Der Abschreibungszeitraum verlängert sich auf 40 Jahre; bisher lag er bei 33 Jahren, Obendrein wurde die Körperschaftssteuer für Kapitalgesellschaften um rund 12.500 Euro pro Jahr erhöht. „Und der Kreis schließt sich wiederum damit, dass auch alternative Konzepte durch diese Vorgaben im Keim erstickt werden,“ so Schellhorn.

2) Klimawandel

Mittlerweile ist der Klimawandel nicht mehr nur eine theoretische Bedrohung für Wintersportdestinationen wie Österreich, sondern drastische Realität. Schellhorn: „Dennoch lässt die Regierung nach wie vor eine zentrale Tourismusstrategie vermissen, die notwendige Maßnahmen und alternative Konzepte aufweist. Landwirte müssen Teil einer eng verzahnten gemeinsamen Tourismusstrategie sein und nicht mehr gemeinhin als Romantik-Element des „Bauerntums“ vermarktet werden.“

3) Raumverordnung

Die aktuelle Raumverordnung sieht Schellhorn als eines der essentiellsten Hemmnisse in der Entwicklung einer erfolgreichen Tourismusstrategie. Der Ermessensspielraum der Gemeinden gehöre massiv eingeschränkt. Daher muss die Raumplanung beim Bund angesiedelt werden, die auch ökologische Aspekte miteinbezieht. Hier schließt sich wiederum der Kreis zur Land- und Forstwirtschaft als unverzichtbarer Partner.

4) Arbeitszeitflexibilisierung

„Wenn der Herr Minister gerade in den Koalitionsverhandlungen sitzt, dann noch ein dringender Appell: eine Arbeitszeitflexibilisierung, vernünftigere Durchrechnungszeiträume - das heißt 365 Tage - und Kollektivverträge, die nur einen Rahmen vorgeben und nicht bürokratischen Aufwand hervorrufen,“ fordert der NEOS-Tourismussprecher.

„Der größte Wirtschaftszweig und Arbeitgeber Österreichs droht an sich selbst zu scheitern. Mit Hilfe eines Ministeriums, das seit 30 Jahren in ÖVP-Hand ist. Es braucht eine NEOS-liberale Wirtschaftspolitik“, so Sepp Schellhorn abschliessend.

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