„Kulturmontag“: Kehlmanns Terror-Thriller an der Josefstadt, Franzobels neuer Roman und Denkmalschutz kontra Diplomatie

Außerdem: Dokumentation „Yigal Ozeri – Die Illusion der Kunst“

Wien (OTS) - „Heilig Abend“ und vieles mehr im „Kulturmontag“ am 30. Jänner, um 22.30 Uhr in ORF 2: Gar nicht weihnachtlich, dafür höchst abwechslungsreich wird die von Clarissa Stadler präsentierte jüngste Ausgabe des ORF-Kulturmagazins, in der Bestsellerautor Daniel Kehlmann und Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger zu Gast sind. Anlass ist die mit Spannung erwartete Uraufführung von Kehlmanns Terror-Thriller „Heilig Abend“ unter der Regie Föttingers am 2. Februar. Weiters befasst sich die Sendung u. a. mit Franzobels jüngstem Roman „Das Floß der Medusa“ über Überlebenskampf und Moral sowie mit der Frage nach Wirksamkeit und Handhabe des Denkmalschutzes bei historisch bedeutenden Gebäuden im Eigentum von Botschaften, die – wie ihre Mitarbeiter/innen – unter diplomatischer Immunität stehen. Anschließend an das Magazin blickt die Dokumentation „Yigal Ozeri – Die Illusion der Kunst“ (23.25 Uhr) dem israelischen Künstler beim hyperrealistischen Malen über die Schulter.

Bröckelnde Botschaftsgebäude in Wien: Über den Denkmalschutz und die liebe Diplomatie

Es kann als großer Erfolg gewertet werden, dass es im vergangenen Herbst gelungen ist, das Jugendstiljuwel „Haus Ast“ in Döbling unter Denkmalschutz zu stellen. Das von Josef Hoffmann entworfene Gebäude, in dem Persönlichkeiten wie Alma Mahler und Franz Werfel ein und aus gingen, gehört dem Königreich Saudi-Arabien und steht unter diplomatischer Immunität. Jahrelang war es unbenützt und verfiel still und unaufhaltsam, jetzt soll es endlich saniert werden. Allein in Wien stehen 35 historische Prunkbauten im Eigentum anderer Staaten unter Denkmalschutz – großteils genutzt als Botschaftsgebäude. Manche noch denkmalschutzwürdige Bauwerke sind aber vom Verfall bedroht und würden dringend eine Sanierung benötigen. Doch das Verhältnis von Diplomatie und Denkmal ist ein hochkompliziertes, da aufgrund der vorliegenden Immunität amtliche Bescheide den Gang über das Außenamt nehmen müssen, Ausgang ungewiss. Die ohnehin gemächlich mahlenden Mühlen des Denkmalamts werden so nicht gerade auf Touren gebracht. Der „Kulturmontag“ begibt sich auf glattes diplomatisches Parkett und spricht mit Boschaftern, Denkmalschützern, Architekten und Historikern zum Thema.

Daniel Kehlmanns Terror-Thriller „Heilig Abend“ an der Josefstadt – der Autor und Regisseur Herbert Föttinger im Studio

Die Angst vor Terror hat Europa fest im Griff. Schriftsteller Daniel Kehlmann, Wiener mit Wohnsitz New York und literarischer Weltstar, hat für das Theater in der Josefstadt ein hochintelligentes Stück zum Thema geschrieben. „Heilig Abend“, ein Terrorthriller in Realzeit, mit zwei Personen in Szene gesetzt. Die Handlung: Eine Frau wird am Heiligen Abend aus einem Taxi geholt und in einen Verhörraum geschleppt. Sie habe ein Attentat um Mitternacht geplant, wird ihr vorgeworfen. Zwischen der Beschuldigten und dem Beamten entspinnt sich ein intellektueller Zweikampf, in dem Grundprinzipien unserer Demokratie verhandelt werden. Maria Köstlinger und Bernhard Schir spielen die beiden Protagonisten des Stücks, Regie führt Josefstadt-Hausherr Herbert Föttinger. Der „Kulturmontag“ stellt das neue Stück vor, Kehlmann und Föttinger sind Gäste im Studio.

Der Kampf ums nackte Überleben – Franzobel-Interview zum neuen Roman „Floß der Medusa“

Das 35 Quadratmeter große Ölgemälde „Das Floß der Medusa“ des Künstlers Théodore Géricault aus dem Jahr 1819 ist eines der Hauptwerke des Pariser Louvre. Das Gemälde war zu seiner Entstehungszeit eine Provokation, erinnerte es die französische Öffentlichkeit doch an den ebenso tragischen wie skandalösen Untergang der Fregatte „Méduse“. Angeregt von diesem Sinnbild für das Scheitern der menschlichen Zivilisation hat sich der österreichische Autor Franzobel auf eine riskante gedankliche Reise ins 19. Jahrhundert begeben und seinen neuen Roman „Das Floß der Medusa“ vorgelegt. Dieser erzählt vom nackten Überleben sowie davon, was passiert, wenn die Moral über Bord geworfen wird und gemahnt auch an aktuelle Katastrophen. Der „Kulturmontag“ bittet Franzobel zum Interview.

Dokumentation „Yigal Ozeri – Die Illusion der Kunst“ (23.25 Uhr)

Der israelische Künstler Yigal Ozeri versteht es wie kein anderer, hyperrealistische Gemälde von betörender Wirkung zu schaffen:
Porträts junger Mädchen in Anlehnung an die Modefotografie, Bilder von Soldatinnen an der Meeresküste, inszenierte Allegorien im Stile alter Meister. Der Umgang mit dem Licht, die Farbkompositionen, die handwerkliche Brillanz lösen Erstaunen und Zweifel aus. Wie ist eine so täuschende Nachahmung der Realität möglich? Warum kreiert ein Künstler im Zeitalter der Fotografie und der digitalen Bilderflut solche Gemälde? Was bedeutet überhaupt Realismus in der Kunst – oder geht es hier vor allem um Irreführung und Illusion? Anlässlich einer Ausstellung der Bilder Ozeris ab 2. Februar in Wien untersucht der Film von Martin Traxl die Entwicklung des Künstlers vom abstrakten Maler zum Meister des Hyperrealismus und geht der Entstehung seiner atemberaubenden Werke auf den Grund.

Der „Kulturmontag“ – produziert in HD – wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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