Lunacek/Holub: „Grüne Initiative senkt HCB-Grenzwerte für Lebensmittel in der ganzen EU“

Wichtiger Erfolg für Umweltschutz in Europa, der von Kärnten ausgegangen ist

Wien (OTS) - „Sehr gute Nachrichten aus der EU“ konnte Ulrike Lunacek, Grüne Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Grünen Kärntner Landesrat Rolf Holub und Prof. Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien, überbringen.

Lunacek: „Die vom Kärntner Grünen Landesrat Rolf Holub verfasste und in den EU-Gesetzgebungsprozess eingebrachte Resolution zur Senkung der HCB-Grenzwerte war auch durch unsere Grüne Unterstützung im EP von großem Erfolg gekrönt. In der mit 10. Mai 2017 EU-weit in Kraft tretenden neuen EU-Rückstandsverordnung gelten für alle Lebensmittel in der EU die bereits im Görtschitztal angewendeten strengen Grenzwerte.

Das sind sehr gute Nachrichten für den Umweltschutz und Gesundheit aller EU-BürgerInnen und zeigt, wie wichtig und richtig es gewesen ist, die HCB-Causa Görtschitztal nicht bloß als regionales Thema abzuhandeln. Hier war europaweites Vorgehen gefordert, das schließlich auch bei der Kommission zum nötigen Erfolg geführt hat. Alles andere wäre grob fahrlässig gewesen. Die Grüne Fraktion im EP freut sich gemeinsam mit den Kärntner Grünen und Landesrat Rolf Holub über diesen Erfolg, der vor allem unserer sehr guten Zusammenarbeit zwischen regionaler und europäischer Ebene geschuldet ist.“

Der Kärntner Umweltreferent, Landesrat Rolf Holub spricht von einem großartigen europäischen Erfolg, der von Kärnten ausgegangen ist: „Wir haben aus dem HCB-Fall gelernt und Konsequenzen auf allen Ebenen gezogen. Durch unsere Initiative, im Görtschitztal strenge Vorsorgewerte festzuschreiben und durch unsere Resolution an die Europäische Union werden in der EU zukünftig die gleich strengen Werte angewendet wie im Görtschitztal. Damit ist das Görtschitztal eine europäische Vorbildregion und Görtschitztaler Produkte haben in Zukunft die besten Chancen, auf den europäischen Märkten erfolgreich zu sein. Die Görtschitztaler Produkte verfügen jetzt sogar über einen Vorsprung im Vergleich zu anderen europäischen Produkten, da sie bereits seit längerer Zeit mit diesen strengen Vorsorgewerten arbeiten. Es ist gut, dass wir Grüne hier gemeinsam in Kärnten und im Europaparlament unseren Hebel angesetzt haben und im Sinne des Umweltschutzes und der Gesundheit der Menschen in Kärnten wie in Europa hier einen großen Durchbruch für niedrigere Grenzwerte erzielen konnten.

Prof. Hans-Peter Hutter, von der Medizinischen Universität Wien, der federführend an der Erstellung dieser neuen Grenzwerte gearbeitet hat, zeigte sich bei der Pressekonferenz sehr erfreut und sagte: „Das kommt im Leben eines Wissenschaftlers nur einmal vor, dass die eigene wissenschaftliche Arbeit umweltpolitisch derartig große Wellen schlägt und eine deutliche Verbesserung des Gesundheitsschutzes europaweit auslösen kann.“


Hintergrund:

Die als Dreckiges Dutzend („dirty dozen“) bekannten zwölf Giftstoffe (u. a. Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien und Nebenprodukte von Verbrennungsprozessen) wurden durch die POP-Konvention bzw. das Stockholmer Übereinkommen vom 22. Mai 2001 weltweit verboten. Das UN-Abkommen trat mit der Unterzeichnung Frankreichs am 17. Mai 2004 in Kraft. Alle zwölf Giftstoffe sind organische Chlorverbindungen und stehen im starken Verdacht, karzinogen, mutagen und teratogen zu wirken. Ihre Gefährlichkeit resultiert vor allem aus möglicher Bioakkumulation (Anreicherung im Gewebe), Persistenz (Langlebigkeit), hoher Toxizität (Giftigkeit) sowie der Möglichkeit zum Ferntransport (z. B. in der Nahrungskette oder durch andere Mechanismen). Einzelne der Stoffe sind auch als endokrine Disruptoren bekannt.

Hexachlorbenzol (HCB) ist eine aromatische Verbindung. Das Molekül ist wie Benzol aufgebaut, nur dass alle Wasserstoffatome durch Chloratome ersetzt wurden. Es ist ein farbloses, kristallines Pulver, das gegen Säuren und Basen weitgehend beständig ist.

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