Kalliauer: „Bekämpfung der Arbeitslosigkeit muss oberstes Ziel der Regierung werden!“

Linz (OTS) - Allein in Oberösterreich waren zum Jahreswechsel mehr als 60.000 Menschen arbeitslos. „Jeder Betroffene ist einer zu viel!“, stellt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fest. Bei der AK-Tagung „Arbeitslosigkeit statt Arbeitslose bekämpfen“ forderte er eine Arbeitsmarktoffensive, die durch mehr öffentliche Investitionen, eine gerechtere Verteilung der Arbeit und eine Bildungsoffensive für mehr Beschäftigung sorgt.

Am Donnerstag diskutierten bei der AK-Tagung „Arbeitslosigkeit statt Arbeitslose bekämpfen“ in Linz namhafte Expertinnen und Experten von WIFO, AMS, ÖGB und AK, wie sich die Arbeitslosigkeit am besten senken lässt und welche AMS-Maßnahmen den betroffenen Menschen tatsächlich helfen, einen Job zu finden.

„Hohe Arbeitslosenzahlen begleiten uns schon seit Jahren. Die Bundesregierung muss die Bekämpfung dieses Problems jetzt zu ihrem obersten Ziel machen!“, betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er fordert eine rasche Arbeitsmarktoffensive mit folgenden Maßnahmen:
mehr öffentliche Investitionen in den Bereichen Verkehr, Wohnbau, Kinderbetreuung und Pflege, eine gerechtere Verteilung der Arbeit durch den Abbau von Überstunden sowie eine Bildungsoffensive, die Arbeitslose höher qualifiziert und ihnen mehr Chancen gibt. Diese Maßnahmen können bis 2020 bundesweit rund 100.000 Jobs schaffen. „Für Oberösterreich sind bis 2020 rund 10.000 neue Arbeitsplätze realistisch“, sagt Kalliauer.

Beim AMS geht es um den wirksamsten Einsatz der knappen Mittel. „Die Gruppe der arbeitslosen Menschen ist eine sehr heterogene. Man muss daher genau prüfen, wer welche Unterstützung braucht“, so der AK-Präsident. Eingliederungsbeihilfen, Kombilohn oder Arbeitstraining und Arbeitserprobung sind in bestimmten Fällen passende Instrumente, um arbeitslose Menschen wieder nachhaltig in Beschäftigung zu bringen. Für einen flächendeckenden Einsatz nach dem Gießkannenprinzip eignen sie sich jedoch nicht. In vielen Fällen müssen zuerst individuelle Vermittlungshemmnisse bearbeitet werden (etwa durch Qualifizierung oder Stabilisierung im Rahmen geförderter Beschäftigung auf dem 2. Arbeitsmarkt).

Welche Erfolge das AMS erzielt, hängt nicht nur von den Instrumenten, sondern auch vom „Arbeitsstil“, also vom Umgang mit den Kundinnen und Kunden ab. Durch eine Studie des WIFO wurde deutlich, dass Druck und Sanktionen nicht zu einem Mehr an Beschäftigung führen, sondern vielmehr zu einem Rückzug aus dem Arbeitsmarkt. Besser fördern AMS-Kurse, Beratung und Vermittlungsvorschläge die Beschäftigungsaufnahme.

Deutlich wurde auch, dass es Ältere sowie gesundheitlich beeinträchtigte und gering qualifizierte Menschen auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer haben. Hier muss durch ein effizientes „Bonus-Malus-System“ und durch eine Beschäftigungsgarantie für Ältere geholfen werden. Es gilt aber auch mehr in die Prävention und den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit zu investieren. Denn ist der Arbeitsplatz erst einmal verloren, fällt eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt umso schwerer.

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