Woller/Bluma (SPÖ) zu Heumarkt-Areal: Weltkulturerbe kann nicht heißen, dass jede Entwicklung der Stadt verhindert wird

Wien (OTS/SPW-K) - Das Heumarkt-Areal soll umgewidmet werden; die Pläne sind breit diskutiert und bekannt. Die Opposition bekrittelt, dass die Bauvorhaben mit dem Weltkulturerbestatus der Stadt nicht vereinbar seien. „Intern hat uns die Magistratsdirektion bestätigt, was uns auch eine externe Anwaltsgemeinschaft bestätigt hat: Durch eine geplante Umwidmung des Flächenwidmungsplans am Heumarktareal entsteht kein Schaden. Die Widmung wäre absolut rechtmäßig. Und mehr noch: Sie ist sinnvoll für die WienerInnen“, so der Kultursprecher der SPÖ Wien, Ernst Woller.

„Das Projekt ‚Heumarkt Neu’ wurde mit allen Betroffenen besprochen und abgestimmt. Alle wurden einbezogen, auch die UNESCO“, sagt Woller. Zu dem Gerücht, dass die UNESCO eine maximale Bauhöhe von 40 Metern zulassen würde, sagt Woller: „Diese Höhenbegrenzung gibt es schlichtweg nicht, in keinem Dokument steht das.“ Der internationale ArchitektInnenwettberwerb habe sogar entschieden, dass es durchaus gewünscht ist, das Gebäude höher zu bauen.

Bezüglich der Wahrung des Canaletto-Blicks meint Woller: „Was hat eine lebendige Stadt damit zu tun, was ein Maler im Jahr 1758 festgehalten hat? Niemand will heute mehr im Wien des 18. Jahrhunderts leben. Wien ist eine dynamische Stadt, eine wachsende Stadt mit steigenden Ansprüchen. Denen wird mit dem Heumarkt-Projekt Rechnung getragen.“ So sollen im Zuge des Projekts eine rund 1.000m² neue Eisfläche geschaffen werden, 6.500m² neuer öffentlicher Raum mit konsumfreien Zonen und eine 800m² große Stadtterrasse ohne Konsumzwang entstehen. „Und das ganze Projekt kostet die SteuerzahlerInnen keinen Cent“, so Woller.

„Wien ist eine lebendige Stadt und keine archäologische Ausgrabungsttätte. Wir stehen zum Weltkulturerbe. Aber das kann nicht heißen, dass jede positive Entwicklung verhindert wird“, sagt Woller abschließend.

„Als ich den Antrag erstmalig las, war ich einigermaßen erstaunt. Aber nicht über den Antrag selbst. Über Stadtentwicklung und Kultur kann man mit mir immer diskutieren“, stellt SP-Gemeinderätin Susanne Bluma fest. „Nein, es war der Antragsteller, der mich erstaunt hat: Die FPÖ. Eine Partei, die immer kritisiert, dass wir fremdbestimmt wären, am „Gängelband“ der EU hängen würden, dass wir uns beeinflussen lassen würden. Gerade diese Partei beruft sich nun auf die UNESCO“, wundert sich Bluma.

Die SP-Gemeinderätin beruhigt die besorgten Abgeordneten der FPÖ: „Wir haben in Wien sehr gute demokratische Instrumente. Wir haben einen hervorragenden Denkmalschutz und internationale Auszeichnungen zuhauf.“ Bluma erklärt auch den Hintergrund, warum das Wiener Stadtbild von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde: „Das Wiener Stadtbild zeigt auf hervorragende Weise die Entwicklung einer europäischen Stadt. Nun, diese Entwicklung hat jedoch im Jahr 2001 nicht geendet. Städte entwickeln sich permanent weiter. Wien hat sich ständig entwickelt. Vom Palais Ferstel bis zum Designtower. Von der Ringstraße zur Südosttangente. Von der Kutsche bis zur U-Bahn.“

Bluma nennt als ein gutes Beispiel für die Stadtentwicklung das Museumsquartier. „Vor 20 Jahren war an dieser Stelle eine Brache im innerstädtischen Bereich. Und wie sieht der öffentliche Raum beim Museumsquartier heute aus? Was ist dort entstanden? Ein Mehrwert für alle Wienerinnen und Wiener, öffentlicher Raum höchster Qualität“, so die SP-Gemeinderätin.

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