19. Wiener Gemeinderat (9)

Dringlicher Antrag: “Wien als UNESCO–Weltkulturerbe erhalten“, eingebracht von der FPÖ

Wien (OTS/RK) - GRin Dr.in Jennifer Kickert (Grüne) bezog sich darauf, dass die Richtlinien der UNESCO keine fixen Höhenlinien vorsähen. Gleichzeitig bekannte sie sich zum Wiener Motto der Stadtplanung und –entwicklung als „Bewahren und Entwickeln“. Sie wollte in der Diskussion „kein dogmatisches Fixieren von Höhenlinien“, stattdessen plädierte sie für einen Dialog mit dem Weltkulturerbe-Komitee. Seit Beginn des Verfahrens im Jahr 2012 seien Ziele und Rahmen „klar definiert und wurden transparent verfolgt“.

Auch GR Ernst Woller (SPÖ) sagte, eine Höhenbegrenzung sei seitens UNESCO „nirgends“ festgeschrieben. Genausowenig habe die UNESCO als „Muttergesellschaft“ mit dem Verlust des Weltkulturerbe-Status gedroht – derlei Äußerungen seien von Tochter-Institutionen gekommen, nie aber von der UNESCO selbst. Woller beschrieb das Planungsverfahren als „von Beginn an behutsam, kooperativ und eingehend auf die Wünsche aller Beteiligten“. Er wollte die Diskussion um das Bauvorhaben nicht auf den sogenannten „Canaletto-Blick“ reduziert wissen: „Die Stadt hat 1758 so ausgesehen, aber niemand will heute in einer Stadt mit den Standards von damals leben.“ Woller verteidigte das Projekt auch mit der Tatsache, dass alle Beteiligten von dem geplanten Neubau profitierten.

GRin Mag.a Beate Meinl-Reisinger, MES (NEOS) ortete die Ursache des Streits im Fehlen von „für alle Bauträger verbindlichen Regeln für die Stadtplanung“. Für Meinl-Reisinger sei der Erhalt des Weltkulturerbe-Status „kein Dogma“ – sie könne auch ohne ihn leben. Tatsächlich müssten sich die Entscheidungsträger im Klaren sein, dass die weitere Stadtplanung keine Wirtschafts- oder Tourismusfrage sei, sondern eine „grundsätzliche Entscheidung der Wiener Kulturpolitik“. Moderne Architektur sei sehr wohl im Gleichklang mit der historischen Bausubstanz der Innenstadt vereinbar. Sie brachte einen Antrag ein, in dem sie Volksabstimmungen verlangte bei jeden Bauprojekten, die den UNESCO-Status tangierten.

GR Mag. Christoph Chorherr (Grüne) nutzte seine Rede, um eine „ausführliche Begründung für die Zustimmung der Grünen zu dem Projekt“ zu formulieren. Er zitierte aus der UNESCO-Argumentation, warum Wiens Innenstadt zum Weltkulturerbe gehöre: Die Wiener Architektur stehe exemplarisch für den „Wandel und das Nebeneinander von Kulturepochen“, von „Mittelalter über den Barock bis zur Gründerzeit“. Gerade jetzt, in Wiens expansivster Phase seit Jahrzehnten, müsse die Stadt entsprechende Akzente setzen. Das Bauvorhaben am Heumarkt habe eine kritische Beurteilung durch eine internationale Fachjury durchlaufen. Chorherr: „Wenn Sie deren Namen nicht kennen, haben wir unser Ziel erreicht“ – damit sei die Unabhängigkeit der personellen Besetzung der Jury bewiesen. Dass Bauvorhaben „mit dem Maßband“ nur an deren Höhe gemessen würden belege, dass der UNESCO-Katalog „in seinen Kriterien falsch“ sei.

(Forts.) esl/grm

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