„Universum History“ zeigt Doku-Drama „Flucht aus Auschwitz“

Am 27. Jänner um 22.40 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - 27. Jänner 1945: Die Rote Armee befreit das Konzentrationslager Auschwitz. Die unerträglichen Zustände im Lager und das massenhafte Morden in den Gaskammern kosten in den Jahren davor mehr als einer Million Menschen das Leben. Und doch gelang den Nationalsozialisten sehr lange, die Existenz des Konzentrationslagers geheim zu halten. Auch um das zu ändern, flüchten zwei junge slowakische Häftlinge aus Auschwitz. Alex Dunlops Doku-Drama „Flucht aus Auschwitz“, das „Universum History“ am Freitag, dem 27. Jänner 2017, um 22.40 Uhr in ORF 2 zeigt, ist die Rekonstruktion der Flucht der beiden Auschwitz-Inhaftierten Rudolf Vrba und Alfréd Wetzler mit Hilfe von Spielszenen, ergänzend dazu gibt es Interviews mit einigen der letzten Überlebenden.

Dem Schrecken zu entkommen und zu fliehen – diesen enorm riskanten Plan setzten Hunderte Juden, Roma und Sinti oder politisch Andersdenkende um, die von den Nazis nach Auschwitz deportiert wurden. Doch nur den wenigsten glückte die Flucht. Die meisten wurden von den Bewachern ertappt und entweder sofort erschossen oder aufgegriffen und anschließend hingerichtet. Trotz der Dimension des Lagerkomplexes Auschwitz gelang es den Nazis sehr lange, die Wahrheit über das Morden hinter den Zäunen geheim zu halten. Doch zwei junge slowakische Inhaftierte, Rudolf Vrba und Alfréd Wetzler, wollen im April 1944 mit ihrer Flucht auch die Wahrheit über Auschwitz in die Welt hinaustragen. Zu diesem Zeitpunkt sind sie bereits zwei Jahre im Todeslager. Vrba, ein slowakischer Jude, war festgenommen und nach Auschwitz deportiert worden, nachdem er versucht hatte, aus der Slowakei vor den Nazis zu fliehen. Als Zwangsarbeiter musste er unter anderem Leichen ausgraben, die von den Nazis später verbrannt wurden. Später arbeitete Vrba an anderen Stellen des Lagers und wurde zum direkten Zeugen der Massenvernichtung in den Gaskammern. Er musste mitansehen, wie die Neuankommenden mit ihrem letzten Hab und Gut nach Auschwitz kamen – im Glauben, von den Nazis zu einem späteren Zeitpunkt woanders neu angesiedelt zu werden.

Am Nachmittag des 7. April gelingt Vrba, der sich mit Alfréd Wetzler zusammengetan hat, schließlich die Flucht. Die beiden verstecken sich im Hohlraum eines Holzstoßes. Sie wissen, dass ihre Abwesenheit am Abend, wenn durchgezählt wird, auffallen wird. Sie wissen auch, dass die Nazis drei Tage intensiv nach ihnen suchen werden. Deshalb verlassen sie ihr Versteck erst am 10. April. Sie flüchten in ihre slowakische Heimat und übergeben Vertretern des Judenrats einen detaillierten Bericht über die Organisation sowie die wahre Funktion des Lagers. Ihre große Hoffnung – das Ende der Deportationen in Richtung Auschwitz – erfüllt sich trotzdem nicht. Die Alliierten erhielten zwar rasch Kenntnis über den Bericht von Vrba und Wetzler, zu Bombardierungen des Lagers kam es aber nicht. Im August, September und Dezember 1944 gab es Angriffe amerikanischer Bomber auf Industriebetriebe in der Region um Auschwitz. Ob es richtig war, den Lagerkomplex, Gaskammern oder Eisenbahntrassen nicht zu bombardieren, wird bis heute diskutiert.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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