ExpertInnen fordern Integrationsgesetz jenseits plakativer Botschaften

Chancen schaffen und Lebensperspektiven fördern muss im Mittelpunkt stehen

Wien (OTS) - Eine Gruppe von Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und der Integrationsarbeit fordert die Bundesregierung dazu auf, das derzeit in Verhandlung befindliche Integrationsgesetz nicht auf plakativen Botschaften aufzubauen. Ein Integrationsgesetz, das wirklich integrieren wolle, müsse die Rahmenbedingungen dafür herstellen, dass in Österreich mehr als bisher Chancen geschaffen, Lebensperspektiven gefördert und das gleichberechtigte Zusammenleben gestärkt werde, so die ExpertInnen, die ankündigen, am 21. Februar ein 10-Punkte-Programm für ein wirkungsvolles Integrationsgesetz präsentieren zu wollen.

Integration von Anfang an und ohne Bruchstellen

Die ExpertInnengruppe rund um Rainer Bauböck, Brigitte Lueger-Schuster, Christoph Reinprecht, Erol Yildiz, Barbara Herzog-Punzenberger, Hans-Jürgen Krumm, Katharina Brizic und Heidi Schrodt will unter anderem, dass nicht mehr so viel Zeit vergeht, bis Neuankommende an vollwertigen Sprachkursen und Orientierungsveranstaltungen teilnehmen können. Das Integrationsgesetz müsse die Grundlage dafür schaffen, dass Integration bundesweit von Anfang an und ohne Bruchstellen stattfindet, betonen die ExpertInnen, die eine individualisierte Integrationsbegleitung für Neuankommende, eine Ausweitung der Ausbildungspflicht auf Asylsuchende sowie ein Ausbildungsrecht bis zum Alter von 25 Jahren vorschlagen.

Zugehörigkeit ermöglichen

Es müsse auch mehr als bisher dafür getan werden, um Zugehörigkeit zum österreichischen Staat und zur österreichischen Gesellschaft unabhängig von Kriterien wie Herkunft, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung oder Alter zu ermöglichen, so die ExpertInnengruppe. Einbürgerung sei nicht das Ende eines Integrationsprozesses, sondern ein wichtiger Zwischenschritt, der Teilnahme an der Demokratie und Zugehörigkeit ermögliche.

Soziale Balance stärken

Die ExpertInnen wollen auch darauf drängen, dass im Integrationsgesetz soziale Rechte festgeschrieben werden und so dazu beigetragen werde, die soziale Balance zu stärken und Armutsbetroffene nicht in prekäre Lebensbedingungen abdriften zu lassen.

Pressekonferenz am 21. Februar
Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind sehr herzlich zur Präsentation des 10-Punkte-Programms eingeladen.

Wann: Dienstag, 21. Februar, 9.30 Uhr
Wo: Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien
Moderation: Willi Resetarits (Projekt Verein Integrationshaus), TeilnehmerInnen: Prof. Christoph Reinprecht (Universität Wien), Prof. Brigitte Lueger Schuster (Universität Wien), Prof. Hans-Jürgen Krumm (Universität Wien), und andere

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