- 26.01.2017, 09:07:38
- /
- OTS0019
ExpertInnen fordern Integrationsgesetz jenseits plakativer Botschaften
Chancen schaffen und Lebensperspektiven fördern muss im Mittelpunkt stehen
Utl.: Chancen schaffen und Lebensperspektiven fördern muss im
Mittelpunkt stehen =
Wien (OTS) - Eine Gruppe von Expertinnen und Experten aus der
Wissenschaft und der Integrationsarbeit fordert die Bundesregierung
dazu auf, das derzeit in Verhandlung befindliche Integrationsgesetz
nicht auf plakativen Botschaften aufzubauen. Ein Integrationsgesetz,
das wirklich integrieren wolle, müsse die Rahmenbedingungen dafür
herstellen, dass in Österreich mehr als bisher Chancen geschaffen,
Lebensperspektiven gefördert und das gleichberechtigte Zusammenleben
gestärkt werde, so die ExpertInnen, die ankündigen, am 21. Februar
ein 10-Punkte-Programm für ein wirkungsvolles Integrationsgesetz
präsentieren zu wollen.
Integration von Anfang an und ohne Bruchstellen
Die ExpertInnengruppe rund um Rainer Bauböck, Brigitte
Lueger-Schuster, Christoph Reinprecht, Erol Yildiz, Barbara
Herzog-Punzenberger, Hans-Jürgen Krumm, Katharina Brizic und Heidi
Schrodt will unter anderem, dass nicht mehr so viel Zeit vergeht, bis
Neuankommende an vollwertigen Sprachkursen und
Orientierungsveranstaltungen teilnehmen können. Das
Integrationsgesetz müsse die Grundlage dafür schaffen, dass
Integration bundesweit von Anfang an und ohne Bruchstellen
stattfindet, betonen die ExpertInnen, die eine individualisierte
Integrationsbegleitung für Neuankommende, eine Ausweitung der
Ausbildungspflicht auf Asylsuchende sowie ein Ausbildungsrecht bis
zum Alter von 25 Jahren vorschlagen.
Zugehörigkeit ermöglichen
Es müsse auch mehr als bisher dafür getan werden, um Zugehörigkeit
zum österreichischen Staat und zur österreichischen Gesellschaft
unabhängig von Kriterien wie Herkunft, Hautfarbe,
Religionszugehörigkeit, Geschlecht, sexueller Orientierung,
Behinderung oder Alter zu ermöglichen, so die ExpertInnengruppe.
Einbürgerung sei nicht das Ende eines Integrationsprozesses, sondern
ein wichtiger Zwischenschritt, der Teilnahme an der Demokratie und
Zugehörigkeit ermögliche.
Soziale Balance stärken
Die ExpertInnen wollen auch darauf drängen, dass im
Integrationsgesetz soziale Rechte festgeschrieben werden und so dazu
beigetragen werde, die soziale Balance zu stärken und
Armutsbetroffene nicht in prekäre Lebensbedingungen abdriften zu
lassen.
Pressekonferenz am 21. Februar
Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind sehr herzlich zur
Präsentation des 10-Punkte-Programms eingeladen.
Wann: Dienstag, 21. Februar, 9.30 Uhr
Wo: Presseclub Concordia, Bankgasse 8, 1010 Wien
Moderation: Willi Resetarits (Projekt Verein Integrationshaus),
TeilnehmerInnen: Prof. Christoph Reinprecht (Universität Wien), Prof.
Brigitte Lueger Schuster (Universität Wien), Prof. Hans-Jürgen Krumm
(Universität Wien), und andere
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SMM






