Jugendbericht: Kucharowits vermisst Antworten von Karmasin – „Grundsätzliche Strategie für Jugendpolitik fehlt“

Wien (OTS/SK) - Wenig Freude mit dem neuen Jugendbericht, den Familienministerin Karmasin im heutigen Familienausschuss präsentiert, hat SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin Katharina Kucharowits. „Zum einen fehlen bestimmte Gruppen von Kindern und Jugendlichen und Maßnahmen für diese fast gänzlich – etwa Kinder mit Behinderungen, Jugendliche in Haft oder unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Letztere kommen überhaupt nur in Zusammenhang mit Sicherheitspolitik vor“, so Kucharowits. Zum anderen vermisst die SPÖ-Abgeordnete eine konkrete jugendpolitische Strategie, wie sie am Mittwoch betont. ****

Der dritte Teil des Berichts läuft zwar unter dem Titel „Jugendstrategie“, allerdings umfasst er viele Punkte aus der Vergangenheit, manche Aspekte, die in naher Zukunft umgesetzt werden sollen und andere, die nur angerissen werden. „Was fehlt, sind grundsätzliche jugendpolitische Ziele und daraus abgeleitet politische Handlungsaufträge an das Jugendministerium“, so Kucharowits. So wird zwar das Phänomen beschrieben, dass immer mehr junge Leute aus finanziellen Gründen nicht den Schritt in die Unabhängigkeit machen können – Stichwort Wohnkosten – allerdings fehlen konkrete Handlungsschritte, um dem entgegenzuwirken – Stichwort Mietrecht. Auch das Problem der „Generation Praktikum“ wird im Bericht thematisiert, gleichzeitig will die Familienministerin unbezahlte Praktika für Geflüchtete propagieren, setzt sich aber nicht für die Ausbildungspflicht für geflüchtete Kinder bis 18 Jahre ein, bedauert Kucharowits.

Unterbeleuchtet im Bericht ist außerdem die Situation bestimmter Gruppen von Jugendlichen. „Warum fehlen Kinder mit Behinderung gänzlich? Warum kommen Kinder, die in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen leben, nahezu nicht im Bericht vor? Oder Jugendliche in Haft?“, so Kucharowits auch in Richtung der StudienautorInnen. Ebenso wünscht sich die SPÖ-Abgeordnete konkretere Antworten auf die Frage, wie man die Partizipationsmöglichkeiten von Jugendlichen erhöhen könnte. „Der Bericht dokumentiert gut die hohe Wahlbeteiligung und das hohe freiwillige Engagement von Jugendlichen. Wir brauchen Antworten darauf, wie wir auch Jugendliche mit Migrationshintergrund stärker ins Boot holen können – Stichwort StaatsbürgerInnenrecht.“ (Schluss) sc/ah

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