SJ-Herr: „Wiedereinführung des Jugendgerichtshofes!“

Sozialistische Jugend erneuert anlässlich des minderjährigen Terror-Verdächtigen Forderung nach Wiedereinführung des Jugendgerichtshofes

Wien (OTS) - „Neue Berichte spekulieren, dass es eine Jugendstrafe war, die den minderjährigen Terror-Verdächtigen radikalisierte. Es ist an der Zeit zurück zum funktionierenden System mit Jugendgerichtshof zu kehren!“, so Julia Herr, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend. Es leuchtet ein, dass Wegsperren und sich selbst Überlassen, keine geeigneten Mittel sind, um straffällig gewordene Jugendliche in die Gesellschaft zu integrieren. „Leider wurde der Jugendgerichtshof 2003 unter Schwarz-Blau aufgelöst und seither nicht gegengesteuert. Das ist ein schweres Versäumnis der zuständigen Integrations-, Innen- und JustizminsterInnen dessen Konsequenzen wir jetzt sehen“, kritisiert Herr.

Die Eingliederung des Jugendgerichtshofes in das Wiener Straflandesgericht brachte ausschließlich Verschlechterungen: es ist deutlich beengter, Vorgänge in den Hafträumen sind schwerer zu kontrollieren. „Der 2003 zuständige Justizminister Dieter Böhmdorfer von der FPÖ legte damit den Grundstein für heutige Probleme, welche seine Partei gemeinsam mit Kurz und Sobotka nun auf reißerische Weise breittreten“, meint Herr.

„Neue Wege der Jugend-Haftvermeidung müssen gegangen werden. Andere europäische Länder, wie Schweden und die Schweiz, sind hier deutlich fortschrittlicher und haben Alternativen zur Untersuchungshaft etabliert“, so Herr, die darin eines der besten Mittel zur Prävention sieht. "Es liegt die Vermutung nahe, dass Jugendliche gerade in Gefängnisanstalten mit radikalem Gedankengut konfrontiert werden, wie auch im Fall von Lorenz K. gemutmaßt wird.“, führt Herr weiter aus und fordert daher statt starker Sprüche mehr Taten: mehr PädagogInnen, TherapeutInnen, PsychologInnen und SozialarbeiterInnen sind notwendig. Weiters sollten Häftlinge möglichst kurz in ihren Zellen eingeschlossen sein und dafür Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten aufgestockt und Besuchszeiten ausgedehnt werden.

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