VGT fordert von Tierschutzministerin: Verbot des Auswilderns von Zuchtfasanen

Protest mit 4m Fasan im Stadtzentrum von Wien – Ministerin Oberhauser ignoriert einstimmigen Beschluss ihres eigenen Tierschutzrates für Aussetzverbot von Zuchtfasanen

Wien (OTS) - Seit 2005 ist Tierschutz Bundessache und es gibt ein eigenes bundesweites Tierschutzgesetz. Aus diesem ist, so wörtlich, „die Ausübung der Jagd“ ausgenommen. Was darunter fällt und was nicht, ist seitdem im Wandel. Zunächst wurde die Dressur von Jagdhunden als Tierschutzmaterie definiert und im Tierschutzgesetz geregelt. So ist es nun verboten, die von vielen JägerInnen benutzten Elektroschockgeräte an Jagdhunden zu verwenden. Dann wurde auch eine Regelung für die Haltung von Zuchtfasanen vor dem Aussetzen für die Jagd in Volieren im Jagdrevier in das Bundestierschutzgesetz übernommen. Nun steht an, auch das Aussetzen dieser Zuchttiere im Tierschutzgesetz zu regeln. Das Aussetzen selbst gehört nicht zur Ausübung der Jagd, weil diese als „Nachstellen von Wild“ definiert ist. Zu diesem Schluss kam jedenfalls der vom Bundestierschutzgesetz bereits 2005 eingesetzte Tierschutzrat Mitte März 2016, und zwar einstimmig.

Doch die für Tierschutz zuständige Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser hat diesen Beschluss einfach ignoriert. Ihr Entwurf für eine Reform des Tierschutzgesetzes, der momentan noch bis Anfang Februar in Begutachtung ist, enthält dazu keine Silbe. Doch wozu, fragt der VGT, gibt es einen Tierschutzrat, wenn sogar dessen einstimmige Beschlüsse kommentarlos ignoriert werden? Deshalb setzte der VGT heute einen 4m großen Fasan mit dem Namen „Anton“ auf den Stephansplatz im Stadtzentrum von Wien. Anton fordert die Tierschutzministerin Oberhauser auf, das Aussetzen von Zuchtfasanen als Tierquälerei zu verbieten.

VGT-Obmann Martin Balluch: „Wissenschaftlich ist die Sachlage klar. Es ist de facto Tierquälerei, zahme Fasane aus Massentierhaltungen in die freie Wildbahn zu setzen. Die Tiere sind nicht überlebensfähig, weichen Autos nicht aus und finden von selbst keine Nahrung. Tierschutzministerin Oberhauser muss nun die Konsequenzen ziehen und das Auswildern dieser Tiere verbieten. Das ist die einzige Möglichkeit, diesem Missstand bundesweit ein Ende zu setzen.“

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