Neues Volksblatt: "Die Mitte" von Markus EBERT

Ausgabe vom 24. Jänner 2017

Linz (OTS) - Die CDU habe Wähler verloren, „weil sie sich fast ein bisschen dafür geschämt hat, wofür sie steht“, konstatiert der deutsche Journalist und Autor Jan Fleischhauer. Und er empfiehlt bürgerlichen Parteien darüber nachzudenken, was sie ausmacht — etwa Verlässlichkeit, „eine unterschätzte Tugend“, so der Gastredner beim gestrigen OÖVP-Neujahrsempfang im Linzer Design Center. Verlässlichkeit, Vernunft, Anstand, Orientierung, Mitte: Um Begriffe wie diese kreisen die Gedanken jener, die sich Sorgen um das Bürgerliche im politischen Spektrum machen. In einer sich auch politisch rasant verändernden Welt mögen das aufs Erste langweilige Begriffe sein, doch der zweite Blick lohnt: Gehypte Bewegungen im politischen Spektrum sind schneller verschwunden als aufgetaucht, man denke an die Piraten, man denke aber auch an die gerade bis zur Unkenntlichkeit erodierende Truppe von Frank Stronach.
„Wir stehen für den Zusammenhalt, nicht das Auseinanderdividieren“, sagt LH Josef Pühringer — und bringt damit die große Herausforderung für eine bürgerliche Bewegung der Mitte auf den Punkt. In Zeiten, in denen sich dank sozialer Medien selbst Vertreter von kaum definierbaren Partikularinteressen Aufmerksamkeit verschaffen können, ist es schwer, mit der Stimme der Vernunft zu antworten. Aber nicht zu antworten bedeutet, zu kapitulieren — und das ist wohl keine Tugend der Mitte.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001