Grüne/Johann: „Generelle Freigabe von Fischerzelten im Naturschutzgesetz nicht möglich“

Fischerzelte nur an geeigneten Orten mit Entsorgungsstruktur denkbar

Klagenfurt (OTS) - „Fischerzelte kommen an geeigneten Orten mit einer funktionierenden Müll- und Fäkalienentsorgung in Frage. Eine generelle Freigabe des Zeltens im Naturschutzgesetz ist wegen der daraus resultierenden Umweltprobleme keine Option“, erklärt der Grüne Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Umweltausschusses im Kärntner Landtag, Michael Johann, vor dem heutigen Runden Tisch zu diesem Thema.

„Das Verbot des Campierens in der freien Natur wurde schon vor 40 Jahren gesetzlich festgelegt, weil damals schlechte Erfahrungen mit dem freien Zelten gemacht wurden“, berichtet Johann und erklärt weiter: „Bei der Freigabe des Zeltens entlang von Gewässern sind massive Umweltprobleme durch die Verschmutzung mit Fäkalien und Müll, die nächtliche Beunruhigung der Tierwelt, das Zertreten der Ufervegetation und die Zerstörung von Brutplätzen von Wasservögeln zu erwarten.“

„Für die Allgemeinheit ist es unzumutbar, wenn an den Kärntner Seen über den Sommer Zeltlager von Fischern entstehen und an den wenigen freien Seezugängen mit Badenden um den freien Platz konkurrieren. Auch gibt es andere Interessensgruppen wie Jäger, Pfadfinder und andere, die ähnliche Ansprüche stellen könnten und werden“, meint Johann.

„Die Freigabe des Zeltens ist nicht nur Frage des Naturschutzgesetzes und des Landesgesetzgebers, weil auch das Forstgesetz das Zelten und Lagern im Wald österreichweit verbietet. Im Wald – und da gehören auch Waldlichtungen dazu – darf das Land Kärnten das Zelten schon rein kompetenzrechtlich nicht erlauben. Auf bewirtschafteten Wiesen und Äckern darf auch nicht gezeltet werden, weil dort das Futter zerstört wird und die Bauern und Bäuerinnen überdies Sanktionen der AMA zu erwarten hätten. Auch wäre überall dort die Zustimmung der Grundbesitzer einzuholen, wo die Fischereiberechtigten nicht Eigentümer der angrenzenden Uferflächen sind, ansonsten droht eine Klage wegen Besitzstörung“, weiß Johann.

„Die von Landesrat Rolf Holub vorgeschlagene Lösung, geeignete Orte auszuwählen, um dort das Zelten unter geordneten Verhältnissen und einer funktionierenden Müll- und Fäkalienentsorgung per Bescheid zu erlauben, wäre ein gangbarer Kompromiss, um den Wünschen der Fischer entgegenzukommen. Hier ist Landesrat Köfer gefordert, endlich konkrete Vorschläge für geeignete Lagerplätze zu machen“, fordert Johann.

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