Neues Volksblatt: "Trump bleibt Trump" von Manfred MAURER

Ausgabe vom 21. Jänner 2017

Linz (OTS) - Donald Trump hat die Hoffnung, er könnte nach seiner Angelobung leisere, versöhnlichere, vor allem differenziertere Töne anschlagen, in seiner Antrittsrede enttäuscht. Der 45. US-Präsident präsentierte sich seinem Land und der Welt als der sprücheklopfende Wahlkämpfer, dessen von Demagogie und Populismus getragene Rhetorik wenig Gutes erwarten lässt, auch wenn es in den Ohren vieler Amerikaner fürs erste gut klingen mag.
Trumps Konzept ist wie befürchtet ein zutiefst protektionistisches. Widersprüche inklusive: Wie will Trump sein Versprechen einer Auslöschung des islamistischen Terrors einlösen ohne ein globales politisches und militärisches — also auch kostenintensives — Engagement der Supermacht?
So verständlich das Streben nach einer Rückeroberung verlorener Arbeitsplätze, nach sicheren Grenzen oder nach einer Reduktion der Kosten für den Schutz Verbündeter auch sein mag, so unverständlich sind die angekündigten Mittel zum Zweck. Denn diese laufen auf einen Egotrip hinaus, der die USA ins Verderben führen wird. Abschottung sichert keine Arbeitsplätze, sondern vernichtet welche. Der Unternehmer Trump sollte das wissen. Und der Politiker Trump sollte wissen, dass jede protektionistische Maßnahme entsprechende Gegenreaktionen im Rest der Welt nach sich ziehen wird.
Donald Trump ist sich in seiner Antrittsrede immerhin treu geblieben. Aber leider bedeutet das in diesem Fall nichts Gutes.

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