„Kulturmontag“: 80er von Werner Schneyder, Geisterdörfer und Baba Zula in Wien

Außerdem: Doku zum 90er von Erni Mangold

Wien (OTS) - Der „Kulturmontag“ am 23. Jänner 2017 um 22.30 Uhr in ORF 2 widmet sich zwei Jubilaren: Clarissa Stadler begrüßt Werner Schneyder zu dessen 80er live in der Sendung. Nach dem Magazin steht um 23.35 Uhr die Doku „Erni Mangold – Ich mach, was ich will“ zum 90er der Kammerschauspielerin auf dem Programm. Weitere Themen des ORF-Kulturmagazins: Zweitwohnsitze, die Dörfer nur selten – während der Ferienzeit – beleben. Ansonsten bleiben oft die Rollos unten. Anhand von Zell am See, St. Corona am Wechsel und Fließ analysiert der „Kulturmontag“, wie aus Geisterdörfern wieder wertvoller Lebensraum werden kann. Vorsichtig in ihrem Umfeld wurde die türkische Kultband Baba Zula. Die vielleicht wichtigste Stimme der türkischen Alternativkultur gastiert demnächst in Wien.

Quer-Denker: 80 Jahre Werner Schneyder
Der Kabarettstar und Autor live im „Kulturmontag“

Werner Schneyders berufliches Portfolio ist weit aufgefächert: An der Seite von Dieter Hildebrandt wurde er in den 1970ern zum Kabarettstar – auch in Deutschland. Danach blieb er solistisch dem Brettl treu. Reif fürs Feuilleton waren seine Live-Kommentare zu Boxkämpfen, etwa bei Olympischen Spielen. Davor war er Werbetexter und Barsänger, Lorbeeren verdiente er sich als Regisseur, Chansontexter und Schriftsteller. Dass er dialektisch denkt, bewies er zuletzt mit seinem Buch „Gespräch unter zwei Augen“, in dem er in Form eines Selbstgesprächs über sein Leben bilanziert. Anlass: Am 25. Jänner wird Schneyder 80 Jahre alt. Werner Schneyder ist live zu Gast bei Clarissa Stadler im Studio.

Leer-Stand: Neues Leben für Geisterdörfer
Von Abwanderern und Zweitwohnsitzlern

Sie werden gejagt und umworben, geliebt und verpönt: Die Besitzer von Zweitwohnsitzen – Feindbild für manche Kommunen, potenzieller Segen für andere. In Tourismushochburgen wie in Zell am See sind Zweitwohnsitzler längst nicht mehr die emotional mit dem Ort verbundenen treuen Feriengäste. Das Domizil am Land – für viele bloß Anlageobjekt, das hohe Rendite verspricht und sich gut vermieten lässt. Wohnungen in Apartmenthäusern werden zur existenzbedrohenden Konkurrenz für die ansässige Hotellerie und zum Preistreiber am Immobilienmarkt. Für die ortsansässige Bevölkerung wird Wohnungseigentum vielfach unleistbar. In St. Corona am Wechsel zeugen leerstehende Gästehäuser und Hotels von längst vergangenen Zeiten. In dem einstigen Skiparadies ließen Klimawandel und Strukturprobleme Schnee und Einnahmen dahinschmelzen. Die vielen Zweitwohnsitzler sind hier daher gern gesehen. Die 3.000-Einwohner-Gemeinde Fließ in Tirol liegt abseits der großen Tourismuspfade und hatte ab den 1980er Jahren mit Abwanderung und Leerständen zu kämpfen – der Friedhof wurde zum einzigen Ort der Begegnung. Heute hat Fließ ein neues, architektonisch anspruchsvoll gestaltetes Ortszentrum, das Jungen wie Alten Infrastruktur bietet. Der „Kulturmontag“ über Konzepte, wie aus Geisterdörfern wieder wertvoller Lebensraum wird.

Widerstands-Geist: Baba Zula
Die Band ist Istanbuls kritische Stimme

Sie sind vielleicht die wichtigste Stimme der türkischen Alternativkultur. Ihre Texte sind ebenso poetisch wie politisch provokant. Musikalisch vermengen sie Rock, Dub-Reggae und anatolische Folklore zu einem höchst eigenständigen Musikgebräu: die Istanbuler Band Baba Zula. Was 1996 eigentlich nur als kurzlebiges Projekt geplant war, ist bis heute aktiv. Mit ihrem letzten Album „Do Not Obey“ haben sie ein Statement gegen staatliche Unterdrückung und Zensur gesetzt. Der kulturelle Nährboden, aus dem Baba Zula erwachsen sind, erodiert dabei zusehends: Die Clubs, Bars und Konzertlocations im hippen Stadtheil Beyoğlu leiden unter Behördenschikanen. Angst vor Polizeirepressionen und Terroranschlägen lässt die Gäste ausbleiben. Auch Baba Zula sind vorsichtig geworden: Ihr nächstes Album wird nur außerhalb der Türkei veröffentlicht werden. Am 30. Jänner spielen Baba Zula ein Konzert im Wiener Porgy & Bess, der „Kulturmontag“ hat die Band in Istanbul besucht.

Doku „Erni Mangold – Ich mach, was ich will“

Aus Anlass ihres Neunzigers widmet der ORF der Kammerschauspielerin Erni Mangold einen Programmschwerpunkt in ORF 2, ORF III, Ö1 und 3sat – u. a. mit dem neuen TV-Porträt „Erni Mangold – Ich mach, was ich will“. Nach wie vor dreht die Jubilarin Filme und spielt Theater. Eine unglaublich lange Karriere liegt hinter ihr. Mit 15 Jahren war sie die Jüngste in der Wiener Schauspielschule Krauss. Herbert von Karajan und O. W. Fischer machten ihr den Hof, mit Helmut Qualtinger an ihrer Seite zog sie durch das zerbombte Wien, übernachtete in Nazi-Villen und übte sich in Trinkfestigkeit. ORF-Journalistin Susanna Schwarzer hat sie in ihrem Haus im Waldviertel zu einem sehr persönlichen Interview getroffen. Entstanden ist das Porträt einer faszinierenden Künstlerin, die mit 90 Jahren noch lange nicht leise ist. Unsentimental und mit viel Humor erzählt die Schauspielerin und Regisseurin darin von ihrer Kindheit, ihren ersten amourösen Abenteuern, ihrer gescheiterten Ehe mit dem Schauspieler Heinz Reincke und ihren frühen Engagements. Die Dokumentation ist außerdem am Sonntag, dem 22. Jänner, um 10.15 Uhr in ORF 2, am Freitag, dem 27. Jänner, um 23.30 Uhr in ORF III sowie am Sonntag, dem 29. Jänner, um 18.30 Uhr in 3sat zu sehen.

Nach der Dokumentation ist am Montag, dem 23. Jänner, um 0.00 Uhr der Spielfilm „Der letzte Tanz“ in ORF 2 zu sehen. Weiters kommt die Jubilarin ins „heute leben“-Studio (Montag, 6. Februar, 17.30 Uhr, ORF 2) und folgt der Einladung von Grissemann und Stermann zu „Willkommen Österreich“ (Dienstag, 14. Februar, 22.25 Uhr, ORF eins). ORF III widmet Mangold einen Programmabend am 27. Jänner mit „Edelweiß“ und „Kalender Girls“, und bei Ö1 steht „Das Feuer der alten Dame“ von Bettina Balàka am Samstag, dem 21. Jänner, um 14.00 Uhr auf dem Programm der Ö1-„Hörspiel-Galerie“. Am Sonntag, dem 22. Jänner, ist die Schauspielerin auch zu Gast bei Eva Rossmann in „Café Sonntag“ um 9.05 Uhr in Ö1.

Der „Kulturmontag“ – produziert in HD – wird als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) bereitgestellt.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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