„Orientierung“ am 22. Jänner: Streit um den Malteserorden

Außerdem: Skandal Armut: Was tun gegen die Kluft zwischen Arm und Reich?

Wien (OTS) - Christoph Riedl-Daser präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 22. Jänner 2017, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Ritter in Aufruhr: Streit um den Malteserorden

Noch herrscht Verwirrung um das, was sich innerhalb der vergangenen Wochen an der Spitze des traditionsreichen katholischen Malteserordens getan haben soll: Der Großmeister ruft seinen Großkanzler zu sich und teilt ihm die Entlassung mit. Doch der Entlassene – Albrecht von Boeselager – weigert sich, erhebt Einspruch gegen die Amtsenthebung, die „jeglicher rechtlichen Grundlage“ entbehre. Der Vatikan schaltet sich ein, eine Untersuchungskommission soll prüfend tätig werden. Das wiederum lehnt der Großmeister – Matthew Festing – ab. Er hätte, so ist zu hören, den Kardinalpatron des Ordens an seiner Seite – und der heißt Raymond Burke und wurde erst vor gut zwei Jahren – nach öffentlichem Widerstand gegen päpstliche Reformvorschläge – von Papst Franziskus aus der „vatikanischen Führungsriege“ ins „Malteser-Exil“ geschickt. Geht es letztlich also auch hier, wie Vatikan-Kenner meinen, um „Zeichen der Spaltung“ innerhalb des Vatikans? Oder geht es, wie andere vermuten, um einen geplanten „Staatsstreich“ innerhalb des souveränen Malteserordens, der dem Großmeister zu mehr Machtfülle verhelfen sollte? Die kommenden Wochen sollten Klarheit bringen. Ein Bericht von Mathilde Schwabeneder.

Skandal Armut: Was tun gegen die Kluft zwischen Arm und Reich?

„Die acht reichsten Männer der Welt besitzen mehr Vermögen als die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung“, diese Meldung der internationalen NGO Oxfam, veröffentlicht kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos, hat Schlagzeilen gemacht. Auch wenn die Daten im Detail umstritten sind, so wird doch eine Tendenz deutlich, die nicht zu übersehen ist: Schier unermesslicher Reichtum ist in den Händen weniger, Hunderte Millionen Arme bleiben arm. Von „Verteilungsgerechtigkeit“ scheint eine kapitalistisch orientierte Wirtschaftsordnung weit entfernt zu sein, auch in Österreich. Laut aktuellen Schätzungen besitzen die reichsten fünf Prozent der Österreicherinnen und Österreicher beinahe so viel wie der Rest der Gesamtbevölkerung. Arbeitslosigkeit und Armut steigen: Allein im vergangenen Jahr haben knapp 30.000 Österreicher/innen bei einer Schuldnerberatung Hilfe gesucht. 9.500 von ihnen mussten Privatkonkurs anmelden. Gleichzeitig wird das soziale Netz brüchiger. Laut Zahlen der „Armutskonferenz Österreich“ leben bereits 1,8 Millionen Menschen an der Armutsgrenze. Wie könnte hier gegengesteuert werden? Gibt es, z. B. aus christlicher Sicht, Wertmaßstäbe, die zu einem Mehr an Gerechtigkeit beitragen könnten? Ein Bericht von Zoran Dobrić.

Schönheitswahn im Iran: Was sagt die Geistlichkeit zu Schönheits-OPs?

Brasilien und Südkorea gelten als Weltzentren der Schönheitschirurgie. Aber auch ein streng muslimisches Land liegt hier im Spitzenfeld: der Iran. In keinem anderen Staat der Erde werden – umgerechnet auf die Bevölkerungszahl – mehr Nasenkorrekturen vorgenommen. In der islamischen Republik boomt das Geschäft mit der Schönheit. „Gutes Aussehen“, so ist auch im Iran oft zu hören, „erhöht die Chancen auf beruflichen und privaten Erfolg.“ Kritische Beobachter des Booms vermerken aber auch andere Ursachen: Die junge Generation habe schmerzhaft gelernt, dass Forderungen nach politischer Veränderung auf taube Ohren stoßen. Die „Obsession mit der Schönheit“ habe wohl auch stark mit einer Konsumorientierung junger Menschen zu tun, die an politische Reformen nicht mehr so recht glauben wollen. Was die schiitische Geistlichkeit im selbst ernannten „Gottesstaat“ zur florierenden Schönheitsindustrie zu sagen hat: Sie zeigt sich – in dieser Frage – erstaunlich tolerant. Ein Bericht von Jörg Winter.

„Da muss sich etwas ändern ...“ – 500 Jahre Reformation

„Da muss sich etwas ändern“, das hat Martin Luther – etwas salopp formuliert – im Jahr 1517 mit seinen Thesen von Kirche und Gesellschaft gefordert. 500 Jahre später begehen die evangelischen Kirchen nun das Reformationsjubiläum. Die „Orientierung“ fragt aus diesem Anlass, was sich denn heute ändern müsste. Zweiter Stopp der Fragetour quer durch Österreich war der Wiener Westbahnhof. „Weniger Hektik und mehr Liebe“, war hier – klar und simpel – ein oft formulierter Änderungswunsch. Gestaltung: Marcus Marschalek.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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