Große Gefahr für Kinder auf der Flucht durch Winterkälte

UNICEF warnt: Geflüchtete und migrierte Kinder in Südeuropa und den Balkanstaaten sind durch die extremen Temperaturen einer großen Gefahr ausgesetzt

New York/Wien (OTS) - NEW YORK/WIEN, 20. Januar 2017 – Durch die andauernde Winterkälte in Zentral-, Ost- und Südeuropa leiden viele geflüchtete und migrierte Kinder unter Atemwegserkrankungen und anderen gesundheitlichen Problemen. Einige könnten sogar an Unterkühlung sterben, so UNICEF heute.

In Griechenland und den Balkanstaaten werden weiterhin circa 23.700 Flüchtlingskinder und migrierte Kinder festgehalten. Die meisten kommen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan - darunter sind auch viele Kleinkinder und Neugeborene. Viele sind in Notunterkünften untergebracht, die jedoch keinen Schutz vor der Winterkälte bieten.

In einigen Teilen Griechenlands, vor allem den Inseln, auf denen tausende von Flüchtlingen in hauchdünnen Zelten Schutz suchen, kam es zum ersten Mal seit Jahren zu starkem Schneefall. UNICEF ruft dazu auf, die Flüchtlinge und MigrantInnen von den überfüllten und provisorischen Flüchtlingscamps auf den Inseln auf das Festland zu überführen. Dort seien angemessenere und sichere Unterkünfte vorhanden.

„Ohne eine sichere Unterkunft und warme Kleidung sind junge Kinder einer großen Gefahr durch das raue Wetter ausgesetzt“, sagt Basil Rodriques, UNICEF Gesundheitsexperte für Zentral- und Osteuropa. „Kleinkinder haben grundsätzlich weniger Körperfett, um sich vor der Kälte zu schützen. Das macht sie anfälliger für Atemwegsprobleme und tödliche Virusinfektionen wie Lungenentzündung und Grippe.“

Die Überbelegung und schlechte Wärmedämmung im Winter machen die Asylunterkünfte sehr gefährlich und fördern die Verbreitung von Atemwegserkrankungen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Grippewelle in Europa bereits in vollem Gange.

„Abgesehen vom kalten Wetter sind die Gesundheitsrisiken für Kinder eine Folge ihrer Notlage als Flüchtlinge und MigrantInnen. Sie sind Opfer von Ungewissheit und Rückständen bei ihrem Asylanspruch“, so Rodriques.
Durch die laufende UNICEF-Winterhilfe in Kroatien, Serbien, Slowenien und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien erhalten viele Frauen und Kinder Schutz vor der Kälte.

In Bulgarien hat UNICEF 500 Kinder in Aufnahmezentren mit ausreichend Winterbekleidung versorgt. Seit Ende 2015 wurden die kinder- und familienfreundlichen Zonen, wie auch spezielle Aufnahmezentren für Mütter und ihre Babys, in geheizte Containerräume umgewandelt, die nun vor den eisigen Temperaturen schützen. Die mobilen UNICEF-Teams leisten unermüdlich Hilfe vor Ort und verteilen Winterbekleidung an Familien und Kinder.

Kinderflüchtlinge und KindermigrantInnen sind unschuldige Opfer von Krieg, Armut und Gewalt. Viele sind stark unterernährt, krank und seit ihrer Geburt mit Konflikten und Flucht konfrontiert. Neben den erschwerten Bedingungen im Alltag müssen sie nun auch noch um ihr eigenes Überleben im kalten Winter bangen.

Im Winter zählt jede Minute! UNICEF Österreich bittet daher dringend um Spenden für Kinder auf der Flucht.

Spendenkonto: UNICEF Österreich AT46 6000 0000 0151 6500 „Kinder auf der Flucht" https://www.unicef.at/unicef-hilft/kinder-auf-der-flucht/

Rückfragen & Kontakt:

Christian Lasser, lasser@unicef.at, +43 1 879 21 91 - 65

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