GÖD-Justizwache: Gewalt in den Justizanstalten ist auf das schärfste abzulehnen

Umfassender Schutz von Insassen und Beamten ist nur mit mehr Personal möglich

Wien (OTS) - Der Vorfall in der Justizanstalt Hirtenberg, bei dem ein Insasse einen anderen schwer verletzt hat, veranlasst nun die Volksanwaltschaft, ein amtswegiges Prüfverfahren einzuleiten. Die Sorgfalts- und Aufsichtsplicht sei zu hinterfragen und das Verhältnis Insassen zu Bediensteten der Justizwache ist zu prüfen, so die Volksanwaltschaft.

„Aufgabe der Justizwache ist es insbesondere auch, für die Sicherheit der Insassen zu sorgen. Es geht mir sehr nahe, dass derartige Gewaltakte in den Gefängnissen vorkommen und die Justizwache mangels Personal ihrer Aufgabe nicht umfassend nachkommen kann“, so Albin Simma, Vorsitzender der Justizwachegewerkschaft in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD).

Damit solch schreckliche Vorfälle nicht geschehen können, muss die Justizwache ihre Aufgabe in dem Spannungsfeld zwischen der Forderung nach offenem Vollzug einerseits und dem Wunsch nach möglichst lückenloser Überwachung andererseits bestmöglich erfüllen. Gerade in der Justizanstalt Hirtenberg wird der Resozialisierungsgedanke im Sinne des Strafvollzuges vorbild- und beispielhaft gelebt, und die Kolleginnen und Kollegen leisten hervorragende Arbeit.

Gewaltakte zwischen Insassen bzw. an Justizwachebeamten nehmen in den Gefängnissen aber insgesamt zu. So hatte die Justizwache alleine im vergangenen Jahr mehr als 50 verletzte Bedienstete durch tätliche Angriffe von Insassen zu verzeichnen.

Die Justizwachegewerkschaft hat in der Vergangenheit auf das Gefahrenpotential des so genannten „Startpaketes“ hingewiesen. Dabei wird bei Inhaftierung neben diversen Körperpflegeprodukten auch ein Einwegrasierer ausgehändigt, der in der Zelle verwahrt wird. Die konkrete Tat hätte möglicherweise verhindert werden können, wenn auf die geäußerten Bedenken eingegangen worden wäre.

„Festgehalten wird, dass die Justizwache zwar hervorragende Arbeit leistet, die erwartbaren Qualitätsstandards jedoch nur mit mehr Personal einzuhalten sind!“, so Simma abschließend.

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Simma Albin
Vorsitzender Justizwachegewerkschaft
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Tel: 0676898917002
01/ 408 2007

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