Willi: Nach LKW-Abgasbetrug verlangen die Grünen strenge Kontrollen

Grüne Hinweise auf Manipulationen wurden von Regierung, FPÖ und TS vom Tisch gewischt

Wien (OTS) - Der saubere LKW ist leider oft ein Märchen. „Offensichtlich wurde auch bei der Abgasreinigung von LKW zum Schaden von Gesundheit und Umwelt manipuliert, um ein paar Euro für das Additiv AdBlue zu sparen und zugleich Vorteile bei der LKW-Maut für den angeblich sauberen LKW zu ergaunern", zieht Georg Willi, Verkehrssprecher der Grünen, Bilanz aus den Mittwochabend im ZDF präsentierten Rechercheergebnissen zum Abgasbetrug im internationalen LKW-Verkehr.

Georg Willi fragt: „Kommen derartige Missstände auch bei uns im Transitland Österreich vor? Welche Gegenmaßnahmen werden gesetzt? Wird bei den mit derselben Technik ausgestatteten PKW der Ober- und Luxusklasse ebenfalls manipuliert? Auf diese Fragen bekommen wir Grüne seit bald einem Jahr vom Verkehrs- und dem Umweltminister keine Antwort.“

Erst im Dezember 2016 hat eine Mehrheit von SPÖ, ÖVP, FPÖ und Team Stronach im Nationalrat einen diesbezüglichen Antrag der Grünen niedergestimmt. Mit diesem wollten die Grünen im Anschluss an Beschlüsse der Landes- UmweltreferentInnenkonferenz auf derartige Manipulationen und die mangelnde Kontrolle hinweisen und die Regierung zu wirksamen Maßnahmen auffordern. Willi: "Die Regierungs- und die Rechtsparteien schützen in unverantwortlicher Weise Betrüger und Gesundheitsgefährder in der Kfz-Branche.“

Leidtragende sind viele Menschen an stark befahrenen Verkehrswegen, tausende vorzeitige Todesfälle aufgrund von Schadstoffen aus Kfz-Abgasen sind die Folge. „Wir erwarten, dass Verkehrsminister Leichtfried und Umweltminister Rupprechter wenigstens jetzt ihre Haltung überdenken und die überfälligen Kontrollmaßnahmen sowie Verschärfungen des Rechtsrahmens für Abgasmanipulierer auch in der LKW-Branche einleiten. Schwarze Schafe haben keine Rückendeckung verdient", unterstreicht Willi.

Die Zugabe des Harnstoff-Additivs AdBlue muss lückenlos funktionieren, damit die damit ausgerüsteten modernen LKW ihre Abgaswerte bei Stickoxid einigermaßen einhalten. Mittels spottbilligen Manipulationsgeräten a la AdBlue-Emulator kann die Abgasreinigung abgeschaltet werden, um die Kosten für das Additiv zu sparen - laut ZDF-Recherche könnte jeder fünfte osteuropäische Transit-LKW betroffen sein.

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