“Fakten Helfen”: Wenn Katholiken und konservative Politiker vorgeben sich für Frauen einzusetzen

Betroffene und Fachleute kommen nicht zu Wort

Wien (OTS) - Die von der katholischen “Aktion Leben” gestartete Petition mit der Forderung nach einer Meldepflicht von Schwangerschaftsabbrüchen wurde von Experten als Angriff auf die Fristenlösung bezeichnet, weil es bereits ausreichend zuverlässige Daten gibt. Schützenhilfe aus dem rechts-konservativem Eck macht die Sache nicht besser: Prof. Mazal befindet sich im Vorstand der Aktion Leben, auch weitere Fürsprecher wie die Bischofskonferenz, der ÖVP Seniorenbund, der Cartellverband und nun auch einzelne ÖVP-Landespolitiker können wenig Expertise in Sachen Schwangerschaftsabbruch und Vorbeugung ungewollter Schwangerschaften einbringen. Tatsächlich fehlt die Stimme von betroffenen Frauen und Experten mit Erfahrung in dem Bereich völlig, obwohl sich diese wiederholt gegen die Initiative ausgesprochen haben. Vielmehr werden seit Jahrzehnten überfällige Präventionsmaßnahmen zur besseren Verhütung ungewollter Schwangerschaften gefordert.

Alter Wein in neuen Schläuchen

Seit der Legalisierung der Abtreibung 1975 kämpft die Bischofskonferenz mit ihrer „Aktion Leben“ in immer neuen Varianten gegen die Fristenlösung und auch gegen die Prävention von Schwangerschaftsabbrüchen durch wirksame sowie kostengünstige Verhütung. Während sich die katholische Position im letzten Jahrhundert nicht weiterentwickelt hat (Gefängnisstrafe für Frauen die abtreiben, keine kostenlose Verhütung etc.) ist die Zahl der Unterstützer dieser Forderungen, welche die Lebensumstände von Frauen vollkommen ignoriert, auf eine kleine Gruppe Unverbesserlicher geschrumpft. So wurde das Volksbegehren der Aktion Leben von 1975 mit der Forderung „Statt der unmenschlichen Fristenlösung ein klares Verbot der Abtreibung“ u.a. mittels Gefängnis, noch von 900.000 Menschen unterschrieben. 40 Jahre später hat die Petition gerade 5% der damaligen Befürworter. „Weil die Menschen inzwischen verstanden haben, dass dort, wo Aktion Leben draufsteht, die Bischofskonferenz drin ist. Und es sich bei „Fakten helfen“ lediglich um einen weiteren Versuch handelt, die Fristenlösung durch die Hintertür aufzuweichen anstatt konkrete Hilfe bei der Prävention anzubieten“ erklärt der Gynäkologe und Verhütungsexperte Dr. Christian Fiala.

Das Beispiel Salzburg widerlegt die Forderung der Aktion Leben

Experten verlangen schon seit langem konkrete Präventions-Maßnahmen, um die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche zu senken. Allerdings wird die Umsetzung dieser Maßnahmen von genau jenen Lobby-Gruppen verhindert, die nun eine Meldepflicht von Abtreibungen fordern. Im Bundesland Salzburg etwa gibt es die von der „Aktion Leben“ geforderten Daten seit mehr als 10 Jahren, weil Schwangerschaftsabbrüche nur in der Landesklinik angeboten werden. Allerdings hat sich die Prävention dadurch in keiner Weise verbessert und die Zahlen sind nicht zurückgegangen. „Weil die notwendigen Maßnahmen zur besseren Anwendung wirksamer Verhütung nach wie vor von kirchlich-konservativen Politikern verhindert werden“ erklärt Fiala, der auch ärztlicher Leiter des Gynmed Ambulatorium im Salzburger LKH ist.
„Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass ungewollte Schwangerschaften nur durch effiziente und kostengünstige Verhütung verhindert werden können. Und wir als Gesellschaft müssen uns fragen, ob wir die Anwendung dieser Verhütungsmethoden fördern möchten oder weiterhin aufgrund der schlechten Prävention mit einer der höchsten Raten an Abtreibungen leben wollen“ so Fiala abschließend.

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