Köstinger fordert europaweite Maßnahmen gegen Erpressung der Landwirte durch Handelsketten

EU-Parlament nimmt Ergebnisse der "Agrarmarkt Task Force" ins Visier - "Wenn Milch billiger als Wasser verkauft wird, ist das ein Skandal"

Brüssel (OTS) - Die Lebensmittelsprecherin der ÖVP im Europaparlament, Elisabeth Köstinger, fordert drastische Maßnahmen gegen die Erpressung der Landwirte durch Handelsketten. 

"Die Zeit der Lippenbekenntnisse und der freiwilligen Selbstverpflichtung ist vorbei. Ich fordere eine EU-Rahmengesetzgebung, die systematisch gegen Produzentenerpressung und Unterbietungswettbewerb vorgeht", so Köstinger anlässlich der heutigen öffentlichen Anhörung zu den Ergebnissen der "Agrarmarkt Task Force" mit Agrarkommissar Phil Hogan und dem Vorsitzenden der Task Force, Cees Veerman. 

"Wenn Milch billiger als Wasser verkauft wird, dann ist das ein Skandal. All jene, die sich hinter dem Argument des Konsumentenschutzes verstecken, sollen wissen: nur die Preise für die bäuerlichen Erzeuger sind gesunken, die Margen für die Handelskonzerne hingegen sind größer geworden. Übrig bleiben bäuerliche Erzeuger in ganz Europa, die diesem Unterbietungswettbewerb nicht mehr Stand halten können", so die ÖVP-Politikerin. 

"Handelskonzerne, die Milch und Fleisch als Lockmittel unter Preis verscherbeln, machen die nachhaltige Lebensmittelproduktion kaputt und vergehen sich an Bauern und Konsumenten", so Köstinger weiter. 

Bei der heutigen Expertenanhörung wird auf Vorschlag Köstingers auch österreichische Expertise einfließen. Der Generalsekretär der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Plank, wird den EU-Abgeordneten insbesondere die Gefahren der großen Handelskonzentrationen auf nachhaltige, bäuerliche Lebensmittelproduktion darlegen. Diese ist in Österreich, wo sich die drei größten Unternehmen einen Marktanteil von 86 Prozent teilen, besonders hoch. 

"Die Arbeit der Agrarmarkt Task Force ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Empfehlungen, wie der 'Lebensmittel-Euro', die Klarstellungen zu den Erzeugerorganisationen oder die Verbesserungen bei den Vertragsbedingungen für die Landwirte treffen genau ins Schwarze" so Köstinger. "Ich warne davor, es nur bei Beruhigungspillen zu belassen und fordere Kommissar Hogan auf, dringend entsprechende Gesetzesvorlagen zum Schutz der bäuerlichen Lebensmittelproduktion vorzulegen." 

Liveübertragung der Expertenanhörung heute ab 15:00 Uhr: http://bit.ly/2ikTVw2

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