Reinhold Mitterlehner im Ö3-„Frühstück bei mir“ über seine Gefühle angesichts der Obmanndebatte in der ÖVP: „Es kränkt mich.“

Wien (OTS) - Vizekanzler Reinhold Mitterlehner war heute bei Ö3-Moderatorin Claudia Stöckl in Ö3-„Frühstück bei mir“ zu Gast und hat auch offen über seine Gefühle angesichts der medial kolportierten Obmanndebatte innerhalb seiner Partei gesprochen: „Es kränkt mich, wenn ständig die gleiche Platte vom ‚Abschießen‘ kommt und man irgendwo den Eindruck bekommt, man wird eigentlich unter dem Wert geschlagen. Langsam entwickle ich dagegen eine dicke Haut und auch Gegenstrategien – zum Beispiel mich auf die eigenen Aufgaben zu konzentrieren und fokussiert zu sein, einigermaßen cool zu bleiben.“

Auf die Frage, ob er in Außenminister Sebastian Kurz, der angeblich schon bald die Führung der ÖVP übernehmen soll, Konkurrenz sieht, antwortete Reinhold Mitterlehner: „Ich sehe in ihm keine Konkurrenz, sondern bin froh, wenn wir gute Persönlichkeiten in der Partei haben und er wird irgendwann möglicherweise die Verantwortung in der Partei übernehmen. Aber ich kann mich mit diesem Thema nicht jeden Tag beschäftigen.“ Mitterlehner würde mit Kurz jedenfalls „jederzeit auf ein Bier gehen. Wir haben Treffen und reden miteinander – an dem fehlt es ja nicht.“

Außerdem meinte der Spitzenpolitiker im Gespräch mit Claudia Stöckl:
„Selbstverständlich ist mir klar, wir sind alle nur auf Zeit gewählt, mein Leben hängt nicht an der Rolle des Bundesparteiobmanns und Vizekanzlers.“ Einen „Plan B“ im Falle einer Abwahl habe der 61-Jährige jedenfalls „nicht in der Schublade. Ich bin in einem derartigen Alter, ich habe noch einige Jahre vor mitzugestalten, aber keine zwingenden Notwendigkeiten. In der Pension werde ich jedenfalls viel Sport betreiben und mich der Freiwilligenarbeit widmen.“

Mitterlehner erzählte im Ö3-Gespräch erstmals auch von einem schweren Schicksalsschlag im vergangenen Jahr: Mitte November 2016 ist seine 38-jährige Tochter Martina an Krebs gestorben. „Es war eine eineinhalbjährige Leidensgeschichte und es war schwierig, beides zu verkraften – die politischen Herausforderungen und das Private. Ich habe mich damit auseinandergesetzt, der Wunsch meiner Tochter wäre aber sicher gewesen, es nicht öffentlich an die große Glocke zu hängen und damit vielleicht sogar Mitleid zu erwecken.“

Seiner politischen Agenda versuchte Mitterlehner zu jedem Zeitpunkt – auch im November, rund um den Tod seiner Tochter – zu entsprechen. Selbst die ORF-Pressestunde sagte er nicht ab: „Ich habe in dem Zusammenhang mit einer geistlichen Schwester gesprochen, sie hat mir die Empfehlung gegeben beides wahrzunehmen. Man muss sich mit dem persönlichen Fall und dem Problem auseinandersetzen, aber auch versuchen das politische Leben weiterzuführen.“ Der Vizekanzler auf Ö3: „Ich habe mich der Trauerarbeit gestellt. In jedem Fall aber habe ich gesehen, wie wichtig die Begleitung durch kompetente Ärzte ist. Sie haben uns die entsprechende Unterstützung gegeben.“

Ö3-„Frühstück bei mir“ – das große Interview der Woche, Persönlichkeiten ganz persönlich – jeden Sonntag von 9.00 bis 11.00 Uhr im Hitradio Ö3 und zum Nachhören online auf oe3.ORF.at.

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