„Thema“ am 9. Jänner: Doppelmord in Perchtoldsdorf – Überforderung durch Pflege

Wien (OTS) - Christoph Feurstein präsentiert in „Thema“ am Montag, dem 9. Jänner 2017, um 21.10 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Doppelmord in Perchtoldsdorf – Überforderung durch Pflege

3. Jänner, 6.00 Uhr Früh im niederösterreichischen Perchtoldsdorf:
Ein Mann ruft die örtliche Polizei. Er gibt an, seine Eltern ermordet zu haben. Die Opfer wurden mit einem Baseballschläger erschlagen. Der mutmaßliche Täter Gerald B., 48, lässt sich widerstandslos festnehmen. Er hat seine betagten Eltern seit Längerem gepflegt. Sie waren von Geburt an gehörlos, ebenso wie seine zwei Schwestern. Noch am Tag vor dem Mord hat Gerald B. Hilfe gesucht, sagt Christoph Gleirscher vom Hilfswerk: „Eine Pflegekraft war gegen Mittag bei ihm und seinen Eltern und hat Unterstützung angeboten. Die Gesprächssituation war unauffällig. Wir sind alle tief betroffen.“ Was sind die Hintergründe und wie kann man sich vor Überforderung bei der Pflege von Angehörigen schützen? Christoph Seibel und Christoph Bendas haben recherchiert.

„Nein, du verlässt mich nicht!“ – Tödliche Gewalt gegen Frauen

Kurz vor Weihnachten ersticht ein Mann seine Frau in der gemeinsamen Wohnung in Wien. Die Frau hatte die Scheidung eingereicht. Den Behörden und Hilfseinrichtungen war ihre gefährliche Situation bekannt, ihr Mann als „Hochrisikofall“ eingestuft und aus der Wohnung weggewiesen. „Die Behörden hätten den Mann verhaftet, wenn seine Morddrohungen gegen jemand anderen als seine Frau gerichtet gewesen wären“, meint Rosa Logar von der Interventionsstelle gegen Gewalt, die die Frau betreut hat. Die Expertin ortet Lücken im System. Sie und andere Einrichtungen fordern schon lange auch eine Betreuung von polizeilich weggewiesenen Männern. „Schnelle Täterbetreuung bedeutet den bestmöglichen Schutz für das Opfer“, sagt Lukas Schmid vom Verein Neustart. Gefordert wird auch ein verpflichtendes Antigewalttraining. Andrea Poschmaier und Markus Stachl berichten.

Herr Hebamme

Das Neujahrsbaby 2018 könnte erstmals mit Hilfe einer männlichen Hebamme zur Welt gebracht werden. Markus Leich ist der erste Mann Österreichs, der einen Studienlehrgang für Hebammen besucht. Zehn Jahre hatte er bereits in seinem erlernten Beruf als Hotelfachmann gearbeitet, als er mit 30 ins Grübeln gerät. „Ich wollte etwas tun“, sagt er, „bei dem ich der Gesellschaft etwas zurückgeben kann.“ Einschränkungen sieht er keine: „Auch wenn ich keine Brust habe, kann ich Mütter beim Stillen beraten.“ Seine Mitstudentinnen und Lehrenden halten ihn für sehr talentiert und stehen voll hinter ihm. Jede gute Hebamme wird dringend gebraucht. Besonders in Wien herrscht akuter Mangel. Rike Fochler hat den ersten Mann der Zunft getroffen.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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